In seiner politischen Inkorrektheit verdirbt er es sich mit vielen, mit Vertretern sogenannter Randgruppen, von Minderheiten, mit der Republik Kasachstan, mit den USA. Die mal als Werk des "lustigsten Menschen der Welt", mal als "stumpfer Dünnsinn" titulierte Komödie "Borat" kommt heute in die Hamburger Kinos - und auch hier regt sich Widerstand. Zwei Strafanzeigen, das bestätigt die Hamburger Staatsanwaltschaft, lagen gestern bei der Anklagebehörde vor. Eine davon stammt offenbar von der Gesellschaft für Antiziganismusforschung, einem Verein, der sich mit der Aufarbeitung der Sinti-und-Roma-Verfolgung befasst. Die zweite Anzeige ist von einem Anonymus. In beiden Fällen gehe es um den Verdacht volksverhetzender Äußerungen.

"Borat", die vom britischen (und jüdischen) Komiker Sacha Baron Cohen alias "Ali G." erschaffene und via MTV zum Kult gewordene Witzfigur eines kasachischen Reporters in den "U, S and A" verstörte, schon bevor der Film überhaupt in den Kinos eingetroffen ist. Homosexuelle fühlen sich verunglimpft, jüdische Interessenvertreter, Sinti und Roma, Frauenverbände ebenso. Kasachische Botschafter in ganz Europa laufen Sturm gegen den "Borat"-Film. In Amerika, dessen gelegentliche Doppelmoral "Borat" eigentlich zu entlarven versucht, schlug der Film übrigens weit kleinere Wellen.

Der Kinostart in Hamburg sei durch die Strafanzeigen ganz gewiss nicht gefährdet, hieß es gestern beim Filmverleih.jel