2000 linke Gegendemonstranten wollten Aufmarsch der Rechten verhindern. 28 Festnahmen.
Flaschen und Steine flogen auf Polizisten, Mülltonnen brannten - und die Rechten grölten ihre Parolen: Etwa 2000 Demonstranten aus alternativen und linken Gruppen haben am Sonnabend in Wandsbek gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD protestiert. Dabei kam es zu Ausschreitungen, 28 Randalierer wurden festgenommen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von etwa 1700 Beamten aus mehreren Bundesländern vor Ort. Die Folge: Verkehrsstaus mit Auswirkungen bis in die City.
. . . und wo war Hamburgs Polit-Elite?
Knapp vier Stunden lang waren von 13.30 Uhr an etwa 200 mehrheitlich junge Teilnehmer der NPD-Demo von der Wandsbeker Chaussee, Ecke Hammer Steindamm aus durch den Stadtteil marschiert. Angeblich, um für "nationale Arbeitsplätze statt internationale Profite" zu demonstrieren. Immer wieder versuchten meist ebenfalls junge Protestler aus dem linken Spektrum, den von starken Polizeikräften umgebenen Zug der NPD zu erreichen. Als dies nicht gelang, zündeten Gegendemonstranten Karren eines Supermarktes auf der Wandsbeker Chaussee an. Zudem brannten in dem Viertel rund um die Papenstraße Dutzende Mülltonnen, Glascontainer wurden umgestürzt. Die Polizei reagierte darauf mit dem Einsatz von Wasserwerfern und auch Schlagstöcken. Weil es die Einsatzleitung als unverhältnismäßig ansah, den Rechtsextremen weiter den Weg zu bahnen, musste die NPD gegen 16 Uhr auf Anweisung der Polizei die Demonstrationsroute verkürzen. Polizeisprecher Ralf Meyer sagte: "Wir haben erfolgreich ein Aufeinandertreffen verhindert, das war unser Hauptziel."
Ein "Hamburger Bündnis gegen Rechts" aus Linkspartei und der Gewerkschaft Ver.di hatte zuvor am Vormittag zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen. Etwa 1900 Demonstranten versammelten sich am Gänsemarkt und zogen nach einer Kundgebung friedlich zum Jungfernstieg. Viele der Teilnehmer machten sich im Anschluss auf den Weg nach Wandsbek. Andreas Dressel, innenpolitischer Sprecher der SPD, nutzte unterdessen den NPD-Aufmarsch, um den Senat aufzufordern, "alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den rechten Verfassungsfeinden nicht unsere Straßen zu überlassen". Hamburg könne nach der Föderalismusreform sein eigenes Demonstrationsrecht erlassen.
Marco Haase, Sprecher der Innenbehörde, nannte die Forderung "reinen Populismus. Auch ein geändertes Landesversammlungsrecht kann das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit nicht brechen."












