Ein buntes Fest zum 1. Mai feierten die Besucher der "Euromayday-Parade".

Rund 2500 Menschen demonstrierten für die Rechte von Armen, Migranten, Hausfrauen, Angestellten, Arbeitslosen und Studenten. Bereits zum 2. Mal fand die Parade auch in Hamburg statt, zeitgleich wurde in anderen europäischen Städten die Euromayday gefeiert. Der Umzug startete, begleitet von Bereitschaftspolizei, am Michel und endete in der Großen Bergstraße in Altona. "Ein besseres Leben kann es geben, hier und heute und in der Zukunft", war eine der Parolen, die von den sieben Umzugswagen ertönte.

Von den Transparenten der Teilnehmer waren Sätze wie "Du bist die soziale Revolution" und "100 000 Bauwagenplätze in Hamburg", aber auch "Geiz ist out, umsonst ist in" zu lesen. Gegner von Abschiebung sprachen sich für ein "Bleiberecht für alle" und "offene Grenzen" aus. Studenten mit orangefarbenen Plakaten protestierten gegen Studiengebühren.

So gegensätzlich die Ziele der vielen kleinen Protestgruppen waren, um so einheitlicher war die Begeisterung der Demonstrierenden für eine Gruppe, die sich die "Superhelden" nennt. Die Gruppe hatte am vergangenen Donnerstag einen Supermarkt für edle Lebensmittel an der Großen Elbstraße überfallen (wir berichteten). Sie waren dabei maskiert und trugen bunte Anzüge. In einer Mitteilung der Gruppe hieß es, daß sie die Waren an "Benachteiligte in dieser Stadt" verteilen wollten. Aus Sympathie zu den Maskierten trugen viele Protestierende einen Button mit einer Comicfigur darauf. "Die Buttons sollen zeigen, daß jeder ein Held ist, der sich für sozial schwache und ärmere Menschen einsetzt", sagte Student Henning Meyer (26); er ist einer der Organisatoren der Euromayday-Parade.

Meyer zufolge handele es sich bei der maskierten Gruppe, die sich auch dazu bekannt hat, am 2. Mai 2005 das Frühstücks-Büfett des Restaurants Süllberg geplündert zu haben, nicht um eine kleine Gruppe: "Wir sind Tausende, und jeder kann aktiv werden."diz