Die Einsätze der Polizisten fürs Grobe lesen sich seit mittlerweile mehr als 30 Jahren wie die Höhepunkte der Hamburger Kriminalgeschichte. Geiselnahmen, Entführungen, Erpressungen - immer war das Mobile Einsatzkommando (MEK) dabei. Die Festnahme von Kiez-Killer Werner Pinzner, von Erpresser "Dagobert", von Sven Böttcher, dem Mann, der in Wilhelmsburg drei Frauen über ein Bügelbrett legte und tötete. "Die Gefahr, jemanden erschießen zu müssen, ist bei uns größer, als daß einer von uns erschossen wird", sagt Polizeioberrat Torsten Voß, Leiter des MEK.
"Ich frage lieber nicht, was mein Mann erlebt . . ."
Seine Männer und Frauen arbeiten in insgesamt neun Gruppen, zudem gibt es eine Leitungs- und Befehlsebene. Das MEK vereint in Hamburg als einziges Bundesland Aufgaben eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) und eines "normalen" Mobilen Einsatzkommandos: Die Beamten der Gruppen 1 bis 5 sind für Zugriffe trainiert, kennen sich mit Observationen aus und haben in ihren Reihen auch Präzisionsschützen.
Jeder Hamburger MEK-Beamte hat im Durchschnitt pro Jahr rund 20 besonders gefährliche Einsätze, sogenannte Zugriffe. Er bekommt monatlich rund 153 Euro Zulage, wobei andere, besonders für Schutzpolizisten übliche Zuschläge dafür wegfallen, so daß Beamte teilweise beim MEK weniger als sonst verdienen. Etwa 250 Überstunden hat jeder der Polizisten auf dem Zettel.
Und nur etwa die Hälfte der Bewerber schafft den Einstellungstest für die Spezialeinheit. Bei diesem Test dürfen die Bewerber unter anderem einen Wimpernschlag lang in ein Zimmer gucken. Anschließend müssen sie 3000 Meter in höchstens 13 Minuten 30 Sekunden laufen. Und gleich hinterher auf die Frage antworten: "Wo hatte die Tapete in dem Raum Nikotinflecken?"











