Eigentlich möchte ich zum Jakobsweg. Rund 700 Kilometer wandern von den Pyrenäen bis zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela, Spanien. Und Spanien liegt in Halle 9. Also, beweise ich gleich, wie gut ich zu Fuß bin, und wage einen Abstecher in Halle 12. Passiere die Karibik und widerstehe dem Caipirinha zur Mittagszeit. Schließlich möchte ich "gehen, werden, sein", so sagt es ein Prospekt, der Weg ist mein Ziel.

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Ich schaffe es aber nicht, ich bleibe in Israel hängen. Eher zufällig, aus Neugierde. Mir erscheint es mutig, dieser Tage für Reisen nach Israel und in den Nahen Osten zu werben. Vor meinem inneren Auge sehe ich Bomben, Terroristen, erhitzte Gemüter, den Krieg der Religionen.

"Ist es denn nicht gefährlich, zur Zeit nach Israel zu fahren?" frage ich den Mann im hellgrauen Anzug. Seinem Blick entnehme ich, daß er nicht auf mich und diese Frage gewartet hat. "Nein", sagt er und schüttelt den Kopf. "In den 19 Jahren, in denen ich für das Israelische Ministerium für Tourismus arbeite, gab es keinen toten Touristen in Israel." Ich bin ein bißchen ungläubig, sage, daß es doch Anschläge in Cafes und auf die Zivilbevölkerung gab, vor kurzem noch. "Ja, ja", sagt er, "aber es waren keine Touristen darunter." In Israel seien die Sicherheitsstandards seit Jahren sehr hoch. Gut, denke ich. Israel, da wollte ich schon immer hin. Aus Unsicherheit habe ich es bislang aus meiner Reiseplanung gestrichen. Ich könnte erst einmal in ein Kibuz, sagt der Experte, nach getaner Arbeit unter einem Apfelbrotbaum sitzen, auf die Wüste blicken und darauf warten, daß ein Wüstenfuchs vorbeikommt. Mir ist eher nicht nach Arbeit, ich möchte "schweben" im Salz des Toten Meeres. Außerdem versuchen, über Wasser zu gehen, am See Genezareth. Mit dem Auto durch das Land, in Tel Aviv das vielgelobte Nachtleben erforschen und in Klubs tanzen. Sorgen macht mir dagegen Jerusalem, wie geht das, drei Religionen nebeneinander? Ich möchte die Grabeskirche, den Tempelberg und die Klagemauer sehen. Oder zu allererst tauchen, nach Fischen und Muscheln im Roten Meer. Israel, tauchen, werden, sein.diz