Demo: 1500 Polizisten verhinderten Auseinandersetzungen mit Linken.

Es schüttete wie aus Kübeln, als die Rechtsradikalen ihre menschenverachtenden Parolen skandierten. Rund 160 Neonazis sind am Sonnabend im strömenden Regen durch Wandsbek und Eilbek marschiert. Offiziell wollten die Demonstranten unter der Leitung des rechtsradikalen Thomas Wulff in Gedenken an die Opfer der Hamburger Bombennächte durch Hamburgs Osten laufen. Doch sie trugen Plakate, auf denen sie Amerikaner und Briten als Mörder bezeichneten. Ein massives Polizeiaufgebot sollte verhindern, daß es zu Zusammenstößen mit linken Gegendemonstranten kommt.

Mit rund 760 Teilnehmern lief ein Aufzug des Antifaschistischen Bündnisses mittags fast zeitgleich zu den Neonazis vom Hachmannplatz am Hauptbahnhof nach Eilbek, um gegen die rechte Demo zu protestieren. Auch rund um die Hammer Landstraße demonstrierten etwa 100 linke Gegner.

Der Aufmarsch der Neonazis, der eigentlich um 11.30 Uhr beginnen sollte, verzögerte sich um 90 Minuten, da die Veranstaltungsteilnehmer mit erheblicher Verspätung am Startpunkt, dem U- und S-Bahnhof Wandsbeker Chaussee, eintrafen. Das hatte zur Folge, daß die linken Gegendemonstrationen beendet waren, während die Rechten noch marschierten. So versuchten immer wieder kleinere Gruppen von Linken, durch die Polizeiketten zu den Neonazis zu gelangen. Die Polizei erteilte Platzverweise und stellte die Personalien von vermummten Störern fest. Der U-Bahnhof Ritterstraße und der S-Bahnhof Landwehr wurden kurzzeitig geschlossen, um den Zulauf der Protestler zu verringern. Während die eigentlichen Demonstrationen relativ friedlich verliefen, kam es im Anschluß am Hauptbahnhof zu Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen.

Der 25 Jahre alte offizielle Anmelder der rechtsradikalen Demonstration, Kai K., wurde festgenommen, weil er die Scheibe eines U-Bahn-Waggons zerstört haben soll. Dabei verletzte sich der Mann. Ein 23jähriger warf eine Bierflasche auf Polizeibeamte und wurde ebenfalls festgenommen.

Die Polizei hatte insgesamt mehr als 1500 Beamte im Einsatz, darunter auch Kräfte des Bundesgrenzschutzes sowie aus Niedersachsen und Berlin. Rund um den Hauptbahnhof, in Eilbek und Wandsbek kam es zu einem Verkehrschaos, da wegen der Demos weiträumig abgesperrt worden war.kj