Große Erleichterung bei den Geschäftsleuten und Nachbarn am Rathaus: Die Scientology-Organisation (SO) hat ihre Ausstellungsräume an der Großen Johannisstraße vollständig geräumt. "Damit ist der Spuk hier endlich beendet", sagt einer der Anlieger. "Viele Kunden fühlten sich durch das aggressive Kobern der Scientologen massiv belästigt." Die "Kölling Häuserverwaltung GmbH & Co KG", der das Gebäude gehört, bestätigte die Geschäftsaufgabe. "Scientology hatte einen befristeten Mietvertrag, der ist ausgelaufen", sagt Matthias Werner von der Firma Kölling.
Die Organisation war in den Räumen des Eckgeschäftes seit November 2004 aktiv, und deren Mitglieder sprachen Passanten auf den öffentlichen Wegen an.
Nach Beschwerden hatte das Bezirksamt Mitte vor drei Wochen der SO das Kobern auf Grund des Hamburgischen Wegegesetzes verboten und bei weiteren Verstößen mit Zwangsgeldern von bis zu 25 000 Euro oder Erzwingungshaft gedroht. Gisela Hackenjos (59), SO-Präsidentin in Hamburg, hat die Verfügung des Bezirks erhalten.
Nach Erkenntnissen der Polizei und des Bezirksamtes hatte die SO auch verbotenerweise Schilder ("Stress-Test") aufgestellt, Handzettel verteilt und Waren und Dienstleistungen angeboten.
In einigen Fällen hatten sich die SO-Mitglieder den Passanten direkt in den Weg gestellt. Es gelang ihnen, Passanten zu überreden, an den "Tests" teilzunehmen. Als "Ergebnis" dieses "Testes" legten die SO-Mitglieder den Passanten einen Mitgliedsantrag vor und kassierten sofort 150 Euro als "Spende". Die Organisation verfolge nach Feststellungen des Kölner Verwaltungsgerichtes vom November 2004 Bestrebungen, die gegen die Menschenrechte gerichtet sind. Das schreibt das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg in einer Dokumentation. Infos: www.verfassungsschutz-bw.de











