FESTAKT: Der geniale Komponist wurde unweit des Hamburger Wahrzeichens geboren.

Der Erinnerung an das deutsche und europäische Musikgenie Felix Mendelssohn-Bartholdy galt das zehnte Jubiläum der Internationalen Mendelssohn Bartholdy Gesellschaft. Ihre Präsidentin Hannelore Greve enthüllte am Sonntagabend in der Turmhalle der Hauptkirche St. Michaelis eine Gedenktafel zu Ehren des großen Komponisten, Pianisten, Dirigenten und Musikorganisators, der ein Sohn Hamburgs war. Die Tafel enthält das Bildnis Mendelssohn-Bartholdys und die Inschrift: "Am 5. Februar 1809 wurde Felix Mendelssohn-Bartholdy nahe dieser Kirche geboren. Seine Psalmkompositionen für den evangelischen Gottesdienst verbinden jüdische Tradition mit christlichem Bekenntnis. Wir gedenken seiner an dieser Stelle als des Wiederentdeckers von Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion und Georg Friedrich Händels Oratorien." Die Gedenktafel wurde von Architekt Paul-Gerhard Scharf und Designer Prof. Werner Granzeier in einem neuen Keramikmaterial per Datenprogrammierung geschaffen. Eine musikalische Vesper und ein Konzert im Altarraum des Michel umrahmten den Festakt. Prof. Hermann Rauhe, Direktor der Musikhochschule, und Prof. Peter Fischer-Appelt, der ehemalige Präsident der Universität Hamburg, zeichneten das Bild des jüdischen, christlich erzogenen "Wunderkindes", das mit neun Jahren zum ersten Mal öffentlich aufgetreten war, mit elf Goethe in Weimar vorgespielt, gemeinsam mit Zelter die Bach-Renaissance eingeleitet und das Gewandhaus-Orchester in Leipzig zum besten Orchester Europas aufgebaut hatte. Mendelssohn-Bartholdy war 1847, im Alter von nur 38 Jahren, gestorben. Seinem Andenken und der Förderung des künstlerischen Nachwuchses gilt die Arbeit der Mendelssohn Bartholdy Gesellschaft. Sie wurde 1992 von Hannelore Greve, Ivar Buterfas, Hermann Rauhe und Justus Frantz in Bendestorf ins Leben gerufen. Unter den 52 Gründungsmitgliedern waren Heidi Kabel und Max Schmeling. Zweimal führte die Gesellschaft internationale Mendelssohn-Wettbewerbe in der Hamburgischen Staatsoper durch, die jeweils mit Preisgeldern in Höhe von 50 000 Mark für drei hochbegabte junge Musiker dotiert waren. Das Denkmal des so früh verstorbenen Genies, das vor allem in Berlin, Leipzig und London gearbeitet hatte, steht seit 1997 - ein Werk der Mendelssohn Bartholdy Gesellschaft - an der Ost-West-Straße, Ecke Geschwister-Mendelssohn-Stieg.sti.