Bücher über L. Ron Hubbard, Poster, Charaktertests, Eintrittsformulare: Die Scientology-Organisation versucht seit November vergangenen Jahres, Passanten in eine Ausstellung an der Großen Johannisstraße direkt am Rathaus zu locken. Im Bezirksamt Mitte wird derzeit geprüft, ob gegen die Aktivitäten der Scientologen vorgegangen werden kann oder muß.

Mitarbeiter der Scientology-Organisation sprechen vor der Tür der Ausstellung immer wieder Passanten an, laden sie ein, die Ausstellung zu besichtigen oder an einem Test teilzunehmen. Das verstößt möglicherweise gegen das Wegegesetz. Inzwischen liegen dem Amt mehrere Beschwerden von Hamburgern vor, die sich durch die Scientologen belästigt fühlten. Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts: "Das Ansprechen von Passanten ist nach dem Grundsatz des kommunikativen Gemeingebrauchs zulässig. Wenn drinnen dann allerdings konkrete Aufforderungen ergehen sollten, Dinge zu kaufen oder Aufnahmeanträge zu unterschreiben, wäre das unzulässig. Duch Befragungen von Zeugen versuchen wir herauszubekommen, ob Verstöße gegen das Hamburgische Wegegesetz vorliegen."

Daß sich Menschen über die Scientologen auf dem Bürgersteig beschwert haben, kann Sprecher Frank Busch nicht verstehen: "Natürlich sprechen wir Leute an und laden sie höflich in die Ausstellung ein. Wer nicht sieht, daß es sich bei der Schau um unseren Gründer L. Ron Hubbard handelt, der kann nicht gucken." Daß nicht jeder von dem Gezeigten begeistert ist, wertet Busch so: "Den HSV findet ja auch nicht jeder toll." Hamburgs Scientology-Beauftragte Ursula Caberta sagt: "Diese Art Ausstellungen haben bei Scientology Methode. Es handelt sich um klassische Anwerbeversuche."jel