18.08.12

Radsport-Weltverband

Gute Chancen: Rad-WM soll 2017 nach Hamburg

Der Radsport-Weltverband will den Erfolg der Vattenfall-Cyclassics nutzen. Am Sonntag starten 162 Profis und 22.000 Jedermänner.

Von Rainer Grünberg
Foto: WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos
Vattenfall Cyclassics 2011
Vattenfall-Cyclassics 2011

Hamburg. Die Idee ist faszinierend, und sie kommt vom Radsport-Weltverband UCI (Union Cycliste Internationale). "Die Begeisterung der Hamburger für den Radsport ist einmalig. In diese Stadt gehört einfach eine Weltmeisterschaft." Enrico Carpani, der Kommunikationsdirektor der UCI, hat dies gesagt und die Fantasie der Agentur Upsolut, dem Organisator der Vattenfall-Cyclassics, beflügelt. Geschäftsführer Frank Bertling hat dann mit seinem Team auch schon erste Pläne ausgearbeitet. Mögliche WM-Termine wären die Jahre 2017 oder 2018. Die Titelkämpfe sind bis 2015 vergeben, um die Austragung 2016 bewirbt sich Katar, auch Gastgeber der Fußball-WM 2022.

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Die Hamburg-Rundfahrt für Profis und Jedermänner hat in den vergangenen 17 Jahren nicht an Schwung verloren. Im Gegenteil, die Nachfrage stieg kontinuierlich. Rund 700 000 Zuschauer säumen jedes Jahr die Strecke an Alster und Elbe. Sie werden auch am Sonntag erwartet - trotz der nicht minder attraktiven Cruise Days im Hafen. Diese Nachhaltigkeit hat die UCI beeindruckt. Sollte sich Hamburg in nächster Zeit um eine WM bewerben, gilt der Zuschlag als wahrscheinlich, hieß auf Nachfrage des Abendblatts aus dem UCI-Hauptsitz in Aigle in der Schweiz.

Rad-Weltmeisterschaften werden gewöhnlich an fünf bis sieben Tagen ausgetragen, insgesamt zwölf Titel werden bei Männer und Frauen, bei Junioren und Juniorinnen vergeben. Höhepunkt ist traditionell das Straßenrennen der Männer am Schlusstag. Im Gegensatz zu den Cyclassics, die sich im Süden bis nach Niedersachsen und im Westen bis nach Schleswig-Holstein ausdehnen, würde bei der WM wegen der Konzentration der Werbeflächen ein Rundkurs von etwa 25 Kilometer gefahren, der zehnmal zu absolvieren wäre. Eine mögliche Schleife wäre die Strecke von der City über den Hafen bis zum Blankeneser Waseberg, der mit 87 Meter höchsten Erhebung des Kurses. "Das wäre eine durchaus anspruchsvolle WM-Strecke. Im vergangenen Jahr in Kopenhagen war der Kurs fast ausschließlich ebenerdig", sagt der Kölner Profi Gerald Ciolek, der am Sonntag zum Kreis der Favoriten gehört. Im vergangenen Jahr kam der ehemalige U23-Weltmeister in der Mönckebergstraße als Zweiter ins Ziel.

+++ Leitartikel: Auf schmalem Grat +++

Upsolut würde nicht alle WM-Rennen in der City austragen wollen, ein Teil in den Randbezirken. "Fünf oder sieben Tage lang kann man die Hamburger Innenstadt nicht sperren", sagt Upsolut-Manager Bertling. Die attraktivsten Disziplinen wie die beiden Straßenrennen und die beiden Zeitfahren bei Frauen und Männern, die traditionell vom Fernsehen in alle Welt übertragen werden, "sollten aber schon an den schönsten Plätzen in Hamburg vorbeiführen, an der Alster, der Innenstadt und am Hafen", sagt Bertling.

Das ist die Route der Vattenfall-Cyclassics
Foto: Grafik: F. Hasse Das ist die Route der Vattenfall-Cyclassics

Im Gegensatz zu den Cyclassics, die 2,5 bis drei Millionen Euro kosten, würde sich das Budget für eine Weltmeisterschaft auf rund sechs Millionen Euro verdoppeln. Weil der Weltverband die wichtigsten Werbe- und Fernsehrechte hält, ist die Gesamtsumme nur schwer zu refinanzieren. Denkbar wäre der Verkauf von Eintrittskarten oder VIP-Plätzen im Zielbereich der Rennen, auch ein Pool lokaler oder regionaler Sponsoren scheint denkbar.

Die WM-Pläne hat Upsolut bei der Stadt hinterlegt. Innen- und Sportsenator Michael Neumann kennt die Überlegungen. Der SPD-Politiker hält sich mit einer Bewertung noch zurück. Sollte die Stadt ein zu erwartendes Minus von rund zwei oder drei Millionen Euro im WM-Etat decken müssen, sagt Neumann, müsse genau geprüft werden, welchen Nutzen Hamburg davon hat. Es könne nicht sein, dass alle von der Veranstaltung profitierten, nur der Steuerzahler werde wieder zur Kasse gebeten. "So mag es in der Vergangenheit gelaufen sein, das wird es in der Zukunft nicht mehr geben können, allein schon wegen der Schuldenbremse", sagt Neumann. Alle Beteiligten inklusive der Wirtschaft müssten ein tragfähiges Finanzierungskonzept finden.

Grundsätzlich befürwortet Neumann, der am Sonntagmorgen die 55 Kilometer der Jedermänner mitfährt, eine Rad-WM in Hamburg. "Wenn der Preis stimmt, ist die Stadt dabei." Die Veranstaltung passe prinzipiell gut zu Hamburg. Und auch bei einer WM - darauf legt Neumann konzeptionell Wert - würden Jedermann-Rennen auf dem WM-Kurs gefahren werden.

Alle Informationen über die Cyclassics auf abendblatt.de/cyclassics

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