07.10.11

Leitartikel

Besessen vom Erfolg

Apple-Gründer Steve Jobs steht wie kein anderer für eine Strategie der Höchstleistung

Von Mark Hübner-Weinhold
Foto: HA / A.Laible
Mark Hübner-Weinhold
Mark Hübner-Weinhold

Jesus erschien zur Halloween-Party. Steve Jobs, so berichten seine Biografen, hatte sich in jungen Jahren als Messias verkleidet. Humor oder Hybris? Am Apple-Übervater scheiden sich die Geister. iCon, iGuru, iGod - eine wachsende Schar von Jüngern huldigte ihrem Heiland und zelebrierte jeden seiner raren öffentlichen Auftritte wie eine Messe. Jobs konnte zwar nicht übers Wasser wandeln, aber er präsentierte seiner Gemeinde ein ums andere Mal ein technisches Wunder: iMac, iPhone, iPod, iPad, Lifestyle-Ikonen, die unseren Alltag verändert und ganze Wirtschaftsbranchen revolutioniert haben.

Besessen, unberechenbar und kontrollsüchtig - trotz oder vielleicht gar wegen dieser Eigenschaften wurde fast alles, was der Mann im letzten Jahrzehnt bis zu seinem Tod anfasste, zu Gold, der Aktienkurs von Apple hat sich seit 2001 verdreißigfacht.

Was waren die wichtigsten Erfolgsstrategien des Visionärs und Firmenchefs?

Erstens: Tu das, was du liebst. Wem die Leidenschaft fehlt, der wird keine innovativen Ideen umsetzen. Andere Topmanager wechseln quer durch die Branchen, Jobs war und ist immer der Apple-Übervater.

Zweitens: Denk anders, denk quer. Steve Jobs versammelte ein loyales Team der besten Designer, Ingenieure und Programmierer um sich und schrieb mit ihnen eine Erfolgsgeschichte, die in krassem Widerspruch steht zu vielen Theorien, wie Firmen in der digitalen Welt erfolgreich sein können. Apple verzichtet auf Kundenbefragungen oder die aktive Mitarbeit von Internetnutzern bei der Entwicklung neuer Produkte. Jobs vertraute allein auf die kreative Leistung seiner Profis. Zudem ließ er sich nicht vom Marktgeschehen treiben, sondern Geräte so lange entwickeln, bis sie in seinen Augen wirklich perfekt waren.

Drittens: Mach die Dinge einfach. Als Jobs im Sommer 1997 zum kriselnden Apple-Konzern zurückkehrte, strich er das Produktportfolio von 40 Geräten auf vier Rechner zusammen. Der bonbonfarbene iMac wurde ein Verkaufsschlager. Bei dessen Entwicklung und allen weiteren Geräten verzichtete der Manager konsequent darauf, alle technisch möglichen Gimmicks einzubauen. Apples wichtigstes Erfolgsgeheimnis ist die Verbindung aus Design und Einfachheit. Konkurrenzprodukte sind günstiger und können oft mehr, doch Apple konzentriert sich auf das, was wirklich wichtig ist. Die Geräte werden aus Sicht der Kunden entworfen; die sind vor allem bequem und wollen intuitiv begreifen, wie ihr Gerät funktioniert.

Viertens: Verkauf Gefühle, nicht Produkte. Andere Hersteller haben Kunden, Apple hat Fans. Sie lieben die Symbiose aus coolem Design, erstklassiger Qualität und einfacher Nutzung. Das Apple-Logo verheißt ein praktisches Lifestyle-Accessoire, kein seelenloses IT-Gerät. Die Apple-Werbung gibt Kunden das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Dafür zahlen sie gern einen höheren Preis.

Fünftens: Inszeniere deine Botschaft. Kein Firmenchef vor ihm hat je so faszinierend präsentiert wie Steve Jobs. Er war besessen davon, die Welt mit seinen Ideen zu verändern, er sprach es aus und inszenierte dramatisch brillante, auf wenige Kernpunkte reduzierte Produktshows. Für seine Fans waren es Offenbarungen.

Fünf Strategien, die schlüssig klingen. Doch wer sie umsetzen will, muss so besessen, leidenschaftlich und mächtig sein wie Steve Jobs. Nur ein Visionär hat das Talent, Menschen so zu begeistern, dass sie seinem rücksichtslosen Anspruch blind folgen.

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