Der Einfluss einer laut Verfassungsschutz linksextremistischen Partei auf die Schülerproteste gegen den Irak-Krieg ist größer als bislang angenommen. Die "Sozialistische Alternative Voran" hat dies jetzt selbst eingeräumt. So wurde etwa die bundesweite Gruppierung "Jugend gegen Krieg", die auch die große Hamburger Schülerdemonstration organisiert hatte, vor allem auf Initiative der trotzkistischen SAV gegründet: "Wir sind stolz darauf", heißt es. Und: "Wir hoffen, dass wir viele Aktive davon überzeugen können, dass das kapitalistische System durch eine sozialistische Demokratie ersetzt werden muss." Wie berichtet, hatte die SAV-Bundestagskandidatin Lucy Redler (23) eingeräumt, dass ihre Partei zu den Gründungsmitgliedern der "Jugend gegen Krieg" gehöre - einer Gruppierung, die etwa auf ihrer Internet-Homepage den Eindruck erweckt, es handele sich um den unpolitischen Zusammenschluss von Schülern gegen den Krieg im Irak. Jetzt heißt es aber offen in einem Newsletter der Partei: "Die Initiative zur Gründung ist von Mitgliedern der SAV ausgegangen." Und weiter: "Das ist auch kein Zufall." Die linksextreme Partei habe "erkannt, welche große Wut sich unter Jugendlichen gegen den Krieg entwickelt hat". Man habe ein Forum bieten wollen. Bei den "Jugend gegen Krieg"-Treffen gehörten Partei-Mitglieder "natürlich zu den engagiertesten Aktivistinnen". Neben SAV-Kandidatin Redler ist offenbar auch David Schultz (24), der wie die 23-Jährige öffentlich als Sprecher von "Jugend gegen Krieg" auftrat, Mitglied der revolutionär-sozialistischen Partei. Die SAV räumt zudem jetzt freimütig ein, Kontakte zu Autonomen zu besitzen. Eine insgesamt sehr beachtliche Wendung: Das Schreiben sei in einer "für Trotzkisten erstaunlichen Offenheit" abgefasst, meint der Hamburger Verfassungsschutz (www.verfas sungsschutz.hamburg.de). Die klassische Vorgehensweise solcher Gruppierungen sei es, sich öffentlich zu tarnen, um breite Gruppen in ihrem Sinn zu beeinflussen. Die Verfassungsschützer urteilen: "Die SAV missbraucht das idealistische Engagement vieler Jugendlicher, um sie mit ihren linksextremistischen Positionen zu indoktrinieren."
Hamburg
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