Insgesamt 1500 Demonstranten, 1500 Polizisten - doch alles verlief diesmal friedlich, ohne Zwischenfälle und Wasserwerfereinsätze. Etwa 1000 Schüler demonstrierten gestern Abend in der Innenstadt unter dem Motto "Gegen Krieg und Polizeigewalt" - als Reaktion auf den Polizeieinsatz nach der großen Schülerdemonstration am 24. März. Der Schüler-Demo schlossen sich gestern etwa 500 Sympathisanten des ehemaligen Bauwagenplatzes Bambule an - die Demonstration geriet zum Spagat aus Protesten gegen die Senatspolitik, Innensenator Ronald Schill (44), die Polizei und den Krieg im Irak. Eine Stunde vor Beginn der Demo hatte eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts für Wirbel gesorgt: Das Gericht verwarf den von der Polizeiführung vorgegebenen Marschweg vom Gänsemarkt zur Sternschanze. Es erlaubte stattdessen den Demons-tranten eine Route über die Lombardsbrücke zum Hauptbahnhof und zurück über die Kennedybrücke bis zum Dammtor-Bahnhof. Auf Zwischenkundgebungen sprachen Vertreter der GEW, von Bambule und des Schülerdemo-Veranstalters "Jugend gegen Krieg". Den Protestlern standen zwölf Hundertschaften der Polizei gegenüber, insgesamt 1500 Beamte. Sie flankierten den Zug auf seinem Weg, Gitter und Wasserwerfer sperrten die Zugänge zur City. Es gab zwei kritische Momente: zum einen zu Beginn, als die Demonstranten forderten, dass die Polizeibegleitung an der Seite abziehen soll, zum anderen, als die Spitze des Zuges sich am Hauptbahnhof mit Transparenten und Seilen zu einem verbotenen geschlossenenBlock formte. Beide Situationen wurden jedoch durch Gespräche zwischen Polizei und dem Veranstalter, den Asten der Uni Hamburg, der Hochschule für Wirtschaft und Politik und der Hochschule für angewandte Wissenschaften gelöst. Polizeisprecher Reinhard Fallak (46): "Die erfahrenen Veranstalter haben mit dazu beigetragen, dass es friedlich blieb."cd/kj