Wer steckt hinter den Organisatoren des Protests? Antworten vom Verfassungsschutz
Die Schülerdemo, die in Krawallen endete - das Abendblatt beantwortet die wichtigsten Fragen. Wer ist die Initiative "Jugend gegen Krieg" (JgK), die die Demo organisierte? "Jugend gegen Krieg" ist ein bundesweiter Zusammenschluss lokaler Friedensgruppen. Vor allem Schüler sind hier engagiert. (www.ju gend-gegen-krieg.org). In Hamburg besteht die Gefahr einer Beeinflussung durch die trotzkistische "Sozialistische Alternative Voran" (SAV), die der Verfassungsschutz beobachtet, wie Amtssprecher Dr. Manfred Murck (53) bestätigt. Die Berliner JgK-Zentrale teilt sich ihre Räume mit der SAV wie ein Abendblatt-Mitarbeiter vor Ort feststellte. Wie wurden die Schüler mobilisiert? Über Plakate vor Schulen, SMS, E-Mail, und gezielte Ansprache von Klassen- und Schulsprechern. Dürfen Lehrer "demo-frei" geben? Lehrer dürfen minderjährige Schüler nur beurlauben, wenn ihnen ein Antrag der Eltern vorliegt. Volljährige Schüler können diesen Antrag selbst stellen. Schüler, die ohne Beurlaubung an einer Demo teilnehmen, verletzen ihre Schulpflicht. Müssen Schüler, die auf der Demo waren, versäumte Schulstunden nachholen? Wie eine Umfrage ergab, betrachten die Schulen die versäumten Stunden wie gewöhnliche Fehlstunden: Der versäumte Stoff muss selbstständig nachgeholt werden. In der Schule sind Kinder versichert. Auf der Demo auch? Wenn Schüler das Schulgelände zu privaten Zwecken verlassen, besteht der Schutz der Schüler-Unfallversicherung nicht. Schwierig wird es, wenn Lehrer zur Demo aufgerufen haben. In diesem Fall will die Behörde jeden Einzelfall prüfen. Wie reagiert Schulsenator Rudolf Lange (61, FDP)? Lehrer, die zur Teilnahme aufgerufen haben, müssen mit disziplinarischen Konsequenzen rechnen. "Alle Lehrer wissen, dass während der Schulzeit nicht demonstriert werden darf", so Lange. Die Schulaufsicht werde ermitteln, welche Lehrer teilgenommen oder aufgerufen haben. Wie reagieren Schüler auf die Krawalle? "Beide Seiten haben überreagiert", sagt Florian Liehmann (17) vom Gymnasium Allee in Altona. Daniel Kämmerer (17, Bismarck-Gymnasium) sagt: "Ich sah, wie Polizisten Fünftklässler verprügelt haben. Total übertrieben, auch wenn die Beamten provoziert wurden." Oxana Gru-shetska (15, Albert-Schweitzer-Gymnasium): "Wir wollten doch gerade gegen Gewalt demonstrieren!" Das sagt auch Gymnasiastin Canan Kilicli (17): "Dass man den Krieg nicht stoppen kann, ist allen bewusst. Einfach zusehen können wir nicht."











