Die Hamburger Regierungskoalition hat der Scientology-Organisation den Kampf angesagt. Mit der Mehrheit von CDU, Schill-Fraktion und FDP sprach sich die Bürgerschaft gestern dafür aus, gemeinsam mit anderen Bundesländern, vor allem in Zusammenarbeit mit Bayern, ein Verbotsverfahren gegen die Psycho-Sekte einzuleiten. "Es wird mehr als deutlich, dass alle Mittel eines Staates ausgeschöpft werden müssen, um die Gesellschaft vor dieser Organisation zu schützen", sagte der Abgeordnete Reinhold Schaube (47, Schill). Der Jurist sieht die Sekte als gefährlich an und im Widerspruch zu unserer Rechtsordnung stehend. Schaube sprach von "ideologischer Menschenverachtung des Systems Scientology". Der Abgeordnete und seine Koalitionskollegen verwiesen auf eine sehr kritische bayerische Expertise über Scientology. Die Untersuchung decke sich mit den Hamburger Erkenntnissen, sagte Karl-Heinz Warnholz (58). Der CDU-Politiker forderte, "mit geeigneten Maßnahmen den vorhandenen Gefahren zu begegnen". Keine Mehrheit fand die SPD für ihren Antrag, der vor einem Verbot noch mehr Berichte und gründliche Beratungen forderte. Die Sozialdemokratin Gesine Dräger (34) wandte sich gegen "Aktionismus". Es gebe noch offene Fragen. Auch der GAL-Abgeordnete Manfred Mahr (47) warnte vor einem Hau-Ruck-Verfahren. "Nichts wäre am Ende peinlicher, als ein Verbotsverfahren, aus dem Scientology gestärkt hervorginge", gab der Oppositionspolitiker zu bedenken.rup