Das gute alte Brühgetränk erobert die Szene-Bars
Hamburg. Coffee to go, Cappuccino oder Latte Macchiato? Vergessen Sie's! Der gute alte Tee ist voll angesagt und hat sich aus seiner alternativ-esoterischen Nische befreit. "Und was ist mit Tee?", fragt die Giotto-Werbung. Ganz einfach: Die grünen Blätter sind der braunen Bohne in die Szene-Bars gefolgt. "Tee ist trendig", sagen Marketing-Experten. Friesische Teestuben haben ihre Kluntjes-Klönstunden nicht mehr exklusiv. Teeläden öffnen, Hotels bieten Tee-Zeremonien nach dem Muster der englischen Tea-Time, selbst Coffeeshops gehen fremd und setzen Tee auf ihre Karte. Sein Trumpf liegt in der Vielfalt. Während alle Kaffeesorten immer irgendwie nach Kaffee schmecken, ist Tee nie gleich Tee. Ob schwarzer, grüner oder Rooibos(Rotbusch)-Tee, ob Fenchel-, Kamille- oder Apfel/Zimt-Mischung, ob erfrischend kalt oder heiß mit Schuss im Winter: Die Fantasie kennt keine Grenzen. Der chinesische Teetrinker weiß schon seit 4500 Jahren, was Forscher hierzulande mühsam ermittelten: Schwarzer Tee schützt den Magen, grüner Tee senkt das Krebsrisiko, Kräutertee regt die Verdauung an. Prominente wie Claudia Schiffer oder Robbie Williams eifern berühmten Teeliebhabern wie Heine, Goethe oder Katharina der Großen nach. Den Genießern ging es damals wie heute um Entspannung: Abwarten und Tee trinken! "Der Weg zum Himmel", wissen die Briten, "führt an der Teekanne vorbei." Vielleicht halten es die Deutschen in diesen stürmischen Zeiten ja auch mit dem chinesischen Sprichwort: "Wer sonst nichts mehr besitzt, hat wenigstens Tee." Der deutsche Tee-Boom ist noch ein zartes Pflänzchen: Mit 260 Gramm pro Kopf konsumieren wir gerade ein Zehntel der führenden Teenation. Nein, nicht die Briten - die Iren sind Nummer eins mit 2,7 Kilo pro Jahr. Aber die haben ja auch gern mal einen Whiskey im Tee.











