"Mit diesem Haus stirbt ein Stück altes Hamburg", sagt Gisela Flügge leise. Dann nimmt sie einen Schluck Kaffee und blickt wehmütig aus dem Fenster...

Ulla Donker (l.) und Gisela Flügge sind seit Jahren treue Andersen-Kundinnen. Besonders gern genießen sie den Zitronenkuchen.
Foto: Lüttgen
"Mit diesem Haus stirbt ein Stück altes Hamburg", sagt Gisela Flügge leise. Dann nimmt sie einen Schluck Kaffee und blickt wehmütig aus dem Fenster hinaus. Gisela Flügge sitzt im Hamburger Hof, in der hiesigen Filiale der Konditorei Andersen. Die 70 Jahre alte Frau aus Eppendorf will gar nicht an die kommende Zeit denken - die Zeit, in der diese Andersen-Filiale ebenso wie die in Schenefeld wegen der Insolvenz der Firma vermutlich geschlossen bleiben wird (wir berichteten). Nach fast einem Vierteljahrhundert.
Viele Hamburger hat der Abendblatt-Artikel vom Wochenende bewegt. Gisela Flügge ist gemeinsam mit ihrer Schwester Ulla Donker (68) zu Besuch bei Andersen. "Zu Besuch bei ganz vielen Leckereien", wie Frau Flügge und Frau Donker fast mit einer Stimme sagen. "Besseres Gebäck gibt's nämlich nirgendwo - vor allem der Zitronenkuchen ist vorzüglich!" Außerdem sei das "urgemütliche Kaffeehaus-Flair" so herrlich.
Ganz ähnlich denken auch Waltraud Recschko aus Langenhorn (84) und Helmut Weseloh aus St. Georg (81): "Seit Jahren", erzählen die Senioren, "verbringen wir hier immer wieder schöne Stunden der Entspannung."
Gisela Flügge geht indes zur Tür hinaus. Nicht ohne sich auf der Schwelle noch einmal umzudrehen. "Vielleicht", wispert sie wehmütig, "war ich ja gerade zum letzten Mal hier." Hier, in dem von ihr so geliebten Stück des alten Hamburg.












