Mehr als 50 besorgte Anrufe bei der Hamburger Feuerwehr: Ein Flugobjekt mit brennendem Schweif war über der Außenalster gesichtet worden.

Die Optik täuscht: Das ist kein Glühwürmchen, sondern ein "Bolide" – ein kleiner Meteor.

Die Optik täuscht: Das ist kein Glühwürmchen, sondern ein "Bolide" – ein kleiner Meteor.
Foto: Lutz Worch

Rendsburg/Hamburg. Eine mysteriöse Lichtkugel am Himmel hat am Dienstagabend zahlreiche Menschen in Norddeutschland erschreckt. Bei Polizeistationen und Feuerwehren in Hamburg, Bremen und Niedersachsen berichteten Augenzeugen von einer „brennenden Kugel“ oder einem „leuchtenden Gegenstand am Himmel“. In Hamburg riefen gegen 19 Uhr mehr als 50 besorgte Menschen bei der Feuerwehr an, nachdem das Flugobjekt über der Außenalster gesichtet wurde. Viele glaubten zunächst an ein brennendes Flugzeug. Doch die Feuerwehr und der Tower des Hamburger Flughafens konnten schnell Entwarnung geben. Abendblatt-Leser Lutz Worch fotografierte den Boliden auf der A210 zwischen Rendsburg und Kiel. Nach Angaben eines Polizeisprechers hätten die Anrufer gesehen, dass diese Kugel „zerbröselt und zu Boden gefallen ist“. Um einen Flugzeugabsturz habe es sich dabei nicht gehandelt. „Es sind keine Einschläge gefunden oder Schäden festgestellt worden“, sagte der Sprecher. „Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Meteoriten gehandelt hat.“

 

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Nach Angaben des Hobbyastronomen und UFO-Forschers Werner Walter vom „Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene“ in Mannheim handelte es sich bei der Himmelserscheinung um eine Großsternschnuppe, einen sogenannten Boliden, der in der Erdatmosphäre verglühe. Solche Erscheinungen seien höchst selten, sagte er. Auch bei ihm waren zahlreiche Meldungen aus Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern über eine grün-weiße Lichtkugel von Augenzeugen eingegangen. Die Kugel sei mit einem Lichtschweif „lautlos und sekundenlang vom Himmel“ herabgerast, berichteten die Anrufer.

Abendblatt-Leser Lutz Worch fotografierte gestern Abend zwischen Rendsburg und Kiel die Rauchfahne des Mini-Meteors.

Abendblatt-Leser Lutz Worch fotografierte gestern Abend zwischen Rendsburg und Kiel die Rauchfahne des Mini-Meteors.

Auch in der Hamburger Sternwarte stieß das Flugobjekt auf großes Interesse. Das Auftreten der sehr hellen Boliden sei im Herbst nicht ungewöhnlich, hieß es. Ob das Objekt völlig verglüht ist oder – was selten vorkommt – auf der Erde einschlug, war zunächst unklar. Es dauere einige Tage, bis der Bolide lokalisiert werden könne, hieß es. Laut Polizei trat die Himmelserscheinung vor allem im Raum Bremen auf. Dennoch sei sie bis nach Osnabrück und auch im Raum Hamburg zu sehen gewesen. (dfe/dpa)

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