19.01.13

Hamburg Airport

Hamburger Flughafen: Auch am Montag droht Streik

Einen Tag nach dem Streik der Sicherheitskräfte und dem damit verbundenen Chaos kehrte am Sonnabend zunächst wieder der Alltag ein.

Foto: Michael Arning

Am Abend gab es noch immer lange Warteschlangen am Hamburger Airport

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Die Gewerkschaft Verdi schließt weitere Streikmaßnahmen am Hamburger Flughafen nicht aus. "Wir haben den Spannungsbogen aufgebaut: Freitag war der größte Tag – und Montag ist der nächste große Tag", sagte Verdi-Sprecher Peter Bremme am Sonnabend dem Radiosender NDR 90,3. "Wir erwarten, dass in unserem Bereich jetzt ein Angebot kommt." Offiziell hat Verdi bisher allerdings keine weiteren Arbeitskampf-Maßnahmen angekündigt.

Die Gewerkschaft will mit dem Streik Druck in den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) erzeugen. Verdi fordert einen Stundenlohn von 14,50 Euro, bisher verdienen die 600 Beschäftigten des Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen 11,80 Euro pro Stunde.

Inzwischen läuft der Flugverkehr in Hamburg wieder reibungslos, alle Passagiere werden zügig abgefertigt. "Die Lage hat sich entspannt. Seit Freitagabend gegen 20 Uhr läuft wieder der Normalbetrieb. Für den Bereich der Bundespolizei gibt es bei den Passagierkontrollen keine Probleme", sagte Bundespolizei- Sprecher Maik Lewerenz am Sonnabendvormittag. Die Maschinen konnten am Tag nach dem eintägigen Streik pünktlich starten.

Am Vortag hatten die Sicherheitskräfte an den Personenkontrollen gestreikt. 63 von 176 geplanten Flügen mussten deshalb zwar abgesagt werden, die logistische Rotation der Maschinen wurde aber eingehalten. Rund 12 000 Passagiere blieben am Boden und konnten ihre Reise nicht antreten. Auswärtige Fluggäste mussten zum Teil in Hotels übernachten, auf den angebotenen Feldbetten im Flughafen wollte aber kaum jemand schlafen.

Nun laufen die Personenkontrollen wieder ohne Stau. Laut Flugplan waren zu Betriebsbeginn am Sonnabend um 6.00 Uhr drei Maschinen – nach Amsterdam, Frankfurt und Lissabon – abhoben. Es sei dennoch empfehlenswert, sich bei der Airline nach dem aktuellen Status des gebuchten Fluges zu erkundigen, hieß es.

Der BDSW erklärte, der Streik habe zu Empörung bei Tausenden von Fluggästen und auch beim Arbeitgeberverband geführt. "Leider hat Verdi bei den Lohnforderungen für die Luftsicherheitskontrollkräfte an Verkehrsflughäfen jedes Maß verloren", sagte Hauptgeschäftsführer Harald Olschok. Lohnerhöhungen von über 22 Prozent für die Hamburger Luftsicherheitsassistenten seien "völlig überzogen". Der BDSW habe 5,9 Prozent mehr Lohn angeboten. Verdi solle zu einer realistischen Tarifpolitik zurückkehren.

Gestrandete Fluggäste haben Anspruch auf Alternativbeförderung

Die wegen des Streiks des Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen gestrandeten Passagiere können bei ihrer Fluggesellschaft verschiedene Ansprüche geltend machen. Zum einen können sie ihren Flugpreis zurückfordern. "Das sollte man als Kunde aber nur machen, wenn man selber weiß, wie es weitergeht", sagte Reiserechtler Paul Degott. Sonst sollten die Betroffenen auf eine Alternativbeförderung bestehen. Bis sie abreisen können, müssen die Fluggesellschaften außerdem eine sogenannte Betreuungsleistung erbringen. Das heißt, sie müssen für Mahlzeiten und Unterkunft aufkommen.

Für diese Rechte ist es unerheblich, ob der Flug annulliert wurde, oder ob der Flieger ohne den Passagier abhob, weil dieser noch in der Schlange vor der Sicherheitsschleuse feststeckte. Einen Anspruch auf Ausgleichszahlung nach EU-Fluggastrechteverordnung haben die Passagiere im Hamburger Streikfall aber nicht. Dafür müssten sie nachweisen können, dass die Fluggesellschaften nicht alles getan haben, um die Fluggäste trotz des Streiks zu transportieren. "Die Fluggesellschaft kann aber nicht selber Abfertigungspersonal hinstellen, weil es eine hoheitliche Aufgabe ist", erklärte Degott.

(dpa)
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