Jahrhundertbauwerk Bericht: Umsatzsteuer macht Elbphilharmonie noch teurer

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In dem Pauschalpreis von 575 Millionen Euro sei die Umsatzsteur nicht enthalten. Hamburger Senat will Berechnungen des Finanzamts abwarten.

Hamburg. Die Elbphilharmonie in Hamburg könnte nach einem Bericht des "Spiegel" noch teurer werden. Grund sei die Umsatzsteuer, die in dem zwischen Hamburg und dem Baukonzern Hochtief vereinbarten Pauschalpreis von 575 Millionen Euro nicht enthalten sei. Dies sei der Nettopreis für die Fertigstellung der Elbphilharmonie – hinzu komme die Umsatzsteuer von nominal 19 Prozent, schrieb der "Spiegel". Ein Sprecher der Hamburger Kulturbehörde betonte in dem Bericht, zu erwarten seien aber nur Mehrkosten "im einstelligen Millionenbereich".

Der Hamburger Senat erklärte, in dem "Spiegel"-Bericht stehe "kein Geheimnis". "Vor zwei Wochen hat Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) darauf hingewiesen, dass es um Nettozahlungen geht", betonte Senatssprecher Christoph Holstein am Sonntag. "Das ist öffentlich gesagt worden." Was an Steuerzahlungen dazukomme, sei sehr kompliziert: "Am Ende warten wir, was das Finanzamt veranschlagt."

Laut "Spiegel" kalkulierte der Senat, als er im Dezember 2008 Mehrkosten von 157 Millionen Euro errechnete, zusätzliche Umsatzsteuerzahlungen von 22 Millionen Euro ein. Norbert Hackbusch, Haushaltsexperte der Linken-Bürgerschaftsfraktion, sagte: "Für die jetzt in der Festpreis-Vereinbarung genannten 198 Millionen Mehrkosten müssten bei gleichem Rechenmodus rund 27 Millionen veranschlagt werden." Die Elbphilharmonie wäre dann über 600 Millionen Euro teuer.