29.12.12

Hamburg

FDP: Busbeschleunigung zu teuer und nicht effizient

Hamburger Senat plant, bis 2020 rund 259 Millionen Euro zu investieren. Umbau der Kreuzung Grindelberg kostet allein 4,8 Millionen Euro.

Von Ulrich Gaßdorf
Foto: Bertold Fabricius/Pressebild.de
Bus
250 Baustellen bringt das Busbeschleunigungsprogramm insgesamt mit sich. Eine davon lag am Dammtor

Hamburg. Einer der schärfsten Kritiker der vom Senat geplanten Busbeschleunigung ist der FDP-Verkehrsexperte Wieland Schinnenburg. Jetzt hat er eine weitere Kleine Anfrage dazu an den Senat gestellt: "Die Antworten des Senats zeigen, dass das Busbeschleunigungsprogramm viel zu teuer ist und das die Fahrtzeitverkürzung minimal sein wird", sagt Schinnenburg.

Aus der Antwort des Senats geht hervor, dass zum Beispiel auf dem Streckenabschnitt der Metrobuslinie 5 zwischen den Haltestellen Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) und Bahnhof Dammtor nur mit einer Fahrzeitreduzierung von einer Minute gerechnet wird. Auf der Gesamtstrecke zwischen den Stationen ZOB und Burgwedel soll sich stadteinwärts zu den Hauptverkehrszeiten die Fahrtzeit um insgesamt zehn Minuten reduzieren.

Der Senat plant, in die Busbeschleunigung bis 2020 rund 259 Millionen Euro zu investieren. Bis 2016 sollen zunächst neun Buslinien optimiert werden. Deshalb wird es in Hamburg 250 Baustellen geben, die die verantwortliche Verkehrsbehörde in 50 Arbeitspakete unterteilen will.

Bereits begonnen haben die Bauarbeiten auf der Linie 5. In der Senatsantwort sind jetzt auch für einige Einzelmaßnahmen die Kosten aufgeführt: So kostet der noch bevorstehende Umbau an der Kreuzung Hoheluftchaussee/Gärtnerstraße mehr als 1,35 Millionen Euro, allein im Bereich Grindelberg/Hallerstraße werden mehr als 4,8 Millionen Euro veranschlagt.

"Zu teuer", findet FDP-Politiker Schinnenburg: "Hier stehen Kostenaufwand und Wirkung in keinem Verhältnis. Durch den Umbau soll eine Beschleunigung von 20 Sekunden stadteinwärts erreicht werden, dafür sind Kosten von 4,8 Millionen Euro viel zu hoch."

Ein weiterer Kritikpunkt von Schinnenburg: Mehr als die Hälfte der angeblichen Beschleunigung solle durch die Vorrangschaltung für Busse an den Ampeln erzielt werden. Ein solcher Vorrang für Busse führe natürlich zu längeren Wartezeiten des Querverkehrs und zu Staus.

Dazu sagt der Grünen-Verkehrsexperte Till Steffen: "Dafür wird der parallel zu den Bussen laufende Verkehr erheblich beschleunigt." In diesem Zusammenhang erneuerte Steffen seinen Vorwurf: "Das Busbeschleunigungsprogramm ist zumindest entlang der Linie 5 nur ein großes A-7-Entlastungsprogramm."

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