27.12.12

Gescheiterte Pflanz-Aktion

Posse um tote Palmen in Rahlstedt geht weiter

Der Bezirk und die Gartenfirma streiten um die Kosten für die Entfernung der Stümpfe. Neue Bäume werden nicht vor Herbst gepflanzt.

Von Mathis Vogel
Foto: Pressebild.de/Bertold Fabricius
Trostloser Anblick: Auf dem Platz an der Hagenower Straße in Rahlstedt ragen nur noch die Baumstümpfe heraus
Trostloser Anblick: Auf dem Platz an der Hagenower Straße in Rahlstedt ragen nur noch die Baumstümpfe heraus

Hamburg. Als der Bezirk Wandsbek im Sommer 2011 zwölf Palmen auf dem Platz an der Hagenower Straße in Rahlstedt pflanzen ließ, herrschte kurzzeitig ein "karibisches Flair" mit Seltenheitswert. Der anfänglichen Euphorie folgte jedoch schnell die Ernüchterung, nachdem die insgesamt 12.000 Euro teuren Gewächse binnen kurzer Zeit eingingen.

Zwar ist das Schicksal des morschen Dutzends seit dem 7. November besiegelt, als CDU, SPD und Grüne gegen die Stimme der FDP im Regionalausschuss eine Ersatzbepflanzung mit Säuleneichen beschlossen. Doch passiert ist bislang noch nichts.

Die deutschen Ersatzbäume sollen frühestens im Herbst 2013 gepflanzt werden. Laut Bezirk sei ansonsten das Risiko hoch, dass die Pflanzen unter der Frostperiode leiden und nicht anwachsen.

Nach dem Beschluss über die Ersatzbepflanzung hatte der SPD-Fraktionschef im Regionalausschuss, Lars Kocherscheid-Dahm, gesagt, dass "das Amt die toten Palmen auf dem Kulanzwege ersetzt bekommen möchte". Heute – fast zwei Monate später – streitet der Bezirk noch immer mit dem ausführenden Gartenbauunternehmen über die Kosten für die Entfernung der toten Palmen. Zudem geht es um die Kosten der Neubepflanzung, die das Unternehmen ebenfalls übernehmen soll. Ob das Unternehmen 2011 eine Anwachsgarantie für die zwölf Palmen gegeben hatte, konnte nicht geklärt werden. Ein Bezirkssprecher sagte dem Abendblatt jetzt, dass die Palmen entfernt würden, "sobald die Verhandlungen abgeschlossen sind". Einen Zeitpunkt konnte er nicht nennen, man sei aber bemüht "die Gespräche schnellstmöglich zu einem Abschluss zu bringen".

Auf der Suche nach einer Baumart, die den Bedingungen in der Stadt erfolgreicher trotzt, als es die empfindlichen Hanfpalmen taten, hatte die Säuleneiche das Rennen gemacht, weil ihre Krone licht und ihr Wuchs schlank ist. Die Bäume am Ende der Fußgängerzone dürfen nach dem Willen der Geschäftsleute nichts verdunkeln und sollen folglich nur ein bisschen Schatten spenden und den Blick auf die Geschäfte nicht verstellen. Außerdem gelten Säuleneichen als "stressresistent". Der Standort gilt als trocken und im Sommer als sehr heiß, weil der Belag der Fußgängerzone sich stark aufheizt.

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