09.11.12

"Fünf vor Zwölf"

Hafenarbeiter demonstrieren für Elbvertiefung

Der Baustopp für die geplante Elbvertiefung sorgt bei der Hafenwirtschaft für großen Unmut. Rund 1000 Beschäftigte gingen auf die Straße.

Foto: Hamburger Abendblatt/Klaus Bodig

Rund 1500 Hafenarbeiter nahmen am Freitag an der Kundgebung auf dem Rathausmarkt teil. Sie setzen sich für den Ausbau der Elbe ein, der ihre Jobs sichern soll

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Hamburg. Sie sind wütend. Wütend auf Umweltverbände, wütend auf das Bundesverwaltungsgericht Leipzig. Und sie haben Angst um ihre Arbeitsplätze. Heute machen Hamburgs Hafenarbeiter ihrem Ärger Luft und protestieren für die geplante Elbvertiefung. Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag unter dem Motto "Es ist fünf vor zwölf" die Hamburger Hafenarbeiter zu einer Demonstration für die Elbvertiefung und für die Arbeitsplätze im Hafen aufgerufen. Zur Stunde stehen die Hafenarbeiter in ihren orangen und gelben Overalls auf dem Rathausmarkt. Lautstark schallt ihr Protest durch die Innenstadt.

Nach Angaben der Polizei schlossen sich zunächst rund 1000 Menschen dem Protestzug an. Die Gewerkschaft Verdi sprach von 500 Teilnehmern. Die Demonstration begann um 11.55 Uhr in der Hafencity und führte zum Rathausmarkt, wo um 13.30 Uhr eine Kundgebung geplant ist. Die Teilnehmer machten sich mit Trillerpfeifen bemerkbar und zeigten Transparente mit Aufschriften wie "Ohne Fahrrinnenanpassung verlieren wir unseren Job" oder "Hamburg lebt vom Hafen". Aggressive Plakate gegen Umweltverbände oder polemisierende Sprüche blieben aus. Unter den Demonstranten waren sowohl Auszubildende als auch ältere Mitarbeiter.

Unterstützt wird die Demonstration von den Parteien SPD, CDU und FDP sowie vom Unternehmensverband Hafen Hamburg. Sie halten die Elbvertiefung für notwendig, damit auch künftig die größten Containerschiffe den Hamburger Hafen erreichen können. In der Hansestadt sind rund 133 000 Arbeitsplätze vom Hafen abhängig, in der Metropolregion 155 000 (Stand 2010). Das entspricht 11,8 Prozent der Erwerbstätigen. Jeder achte Hamburger Arbeitsplatz geht somit auf Aktivitäten rund um den Hafen zurück.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die Elbvertiefung vorläufig gestoppt, nachdem die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF gegen das 400 Millionen Euro Projekt geklagt hatten. Das Gericht will sich angesichts der komplizierten Materie Zeit nehmen und im Hauptsacheverfahren entscheiden. Damit verschiebt sich der Beginn der Bauarbeiten vermutlich bis ins Jahr 2014. Ursprünglich sollten die Bagger bereits in diesem Jahr anrücken. Die Umweltverbände befürchten Nachteile für Natur und Umwelt, Obstbau, Tourismus und Deichsicherheit.

(dpa)
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