31.10.12

Glosse

Computer würden Barack Obama wählen

Vorteil für Präsident Obama: Im Korrekturprogramm von Microsofts Word wird aus Konkurrent Mitt Romney schon mal Mist Rodney.

Von Christoph Rybarczyk
Foto: DAPD
US-Präsident Barack Obama
US-Präsident Barack Obama

Es ist nicht leicht dieser Tage, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Man könnte schon wissen, ob der Iran eine Küste hat (ja), Texas der größte Bundesstaat ist (nein) und Nordkorea Atomwaffen besitzt (vielleicht). Aber man sollte unbedingt die Firma Microsoft auf seine Seite ziehen. Denn die programmieren unscheinbare Computer-Software wie Word, ohne die heute niemand mehr schreiben kann.

Dort lauert ein Korrekturprogramm, das Nonsens-Sätze akzeptiert, aber einige Namen schlichtweg verhindert. Damit hatte auch Barack Obama zunächst Schwierigkeiten. Für "Barack" wurde "Barock" oder "Baracke" vorgeschlagen oder gleich korrigiert, wenn man vergessen hatte, eine der acht Millionen Funktionen zu deaktivieren. Inzwischen, so scheint's, hat sich Word upgedated oder geupdated - je nachdem, wie blöd die pseudodeutsche Version von Aktualisierung klingen darf.

Mitt Romney hat's da schwerer: Für den Vornamen schlägt Word "Mitte" vor, für den Nachnamen "Rodney". Alternativ wären auch "Mint" und "Mist" wählbar. US-Präsident Mist Rodney? Word hat damit kein Problem.

Das Beispiel der ehemaligen Linken-Vorsitzenden Gesine Lötzsch klingt noch im digitalen Orkus nach. Jedes Mal, wenn man ihren Namen schrieb, sagte das Korrekturprogramm: Es heißt Gesinde oder bestenfalls Gesinge. Logisch, dass bei den Linken nach wie vor Gregor Gysi und Oskar Lafontaine die Strippen ziehen. Beider Namen werden nicht beanstandet.

Klüger als gedacht zeigt sich Word beim Boxer David Haye, dessen Manieren Vorbild für die Berserker dieser Welt sind. Statt Haye empfiehlt das Programm Haue.

Nun wäre Amerika nicht Amerika, wenn Mitt Romney nicht vorgesorgt hätte. Soll doch Microsoft-Gründer Bill Gates weiter für Obama spenden. Romney ließ - kein Witz - enge Freunde eine Firma kaufen, die schon dafür sorgen wird, dass am Ende er ins Weiße Haus einzieht. Das Unternehmen stellt Wahlcomputer her, an denen die US-Bürger ihre Stimmen abgeben.

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