Wetter Milder Oktober sorgt für Invasion von Marienkäfern

Foto: Michael Rauhe

Hamburger Zoologe: Der asiatische Marienkäfer breitet sich hierzulande derzeit aus. Mauerzonen statt Felsspalten bevorzugt.

Hamburg. Ein bei Groß und Klein beliebter Glücksbringer schwirrt in diesen Tagen zu Hunderten durch die Luft: Denn die milden Temperaturen haben an zahlreichen Orten zu einer kleinen Invasion von Marienkäfern geführt. Unzählige der gepunkteten und für den Garten nützlichen Insekten landen derzeit auch in Biergärten, auf Balkonen und kommen sogar in die Wohnungen. "Das ist der asiatische Marienkäfer, mit wissenschaftlichem Namen Harmonia axyridis genannt", sagte der Kurator der Abteilung Insektenkunde des Zoologischen Museums Hamburg, Kai Schütte.

"Auch an den Mauern unseres Museums, einem Waschbetonbau, haben wir die Käfer beobachtet", sagte der Biologe. Grund für die plötzliche Aktivität seien offenbar die wärmeren Temperaturen: "Schon in den vergangenen Jahren haben wir diese Art der Marienkäfer im Oktober und November und sogar im Winter bei uns sehen können." Schütte vermutet, dass sich die Tiere am wärmeren Mauerwerk besonders wohlfühlen, weil sie in ihrer ursprünglichen Heimat Asien in Felsspalten überwintern.

Nach Beobachtungen der Biologen kommen die asiatischen Marienkäfer inzwischen in ganz Deutschland vor und breiten sich weiter aus. Unter Gärtnern sind sie beliebt, weil sie große Mengen von Blattläusen fressen. Unbeliebt dagegen sind sie bei Weinbauern, weil sie sich nachts gern im Bereich von Weintrauben aufhalten und bei der Verarbeitung die Mostqualität gefährden können.

Die rege Flugtätigkeit der Marienkäfer wird nach Ansicht von Schütte in wenigen Tagen schon wieder vorbei sein: "Sobald es kühler wird, ziehen sie sich zum Überwintern wieder zurück."