Kleingartenverband entlässt seinen Geschäftsführer Wehnert (SPD) fristlos

Der Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg e. V. hat seinen Geschäftsführer Wolf-Gerhard Wehnert (46) fristlos entlassen. Wie Ingo Kleist (69), Vorstandsvorsitzender des Dachverbands von insgesamt 311 Kleingartenvereinen und bis 2004 Vorgänger von Wehnert im Amt des Geschäftsführers, auf Nachfrage des Abendblatts sagte, sei Wehnert bereits am 11. September suspendiert und am 27. September fristlos gekündigt worden. Kleist: "Ein Arbeitsgerichtsprozess läuft."

Zu den Hintergründen der Kündigung wollte sich Kleist nicht äußern. Nur so viel: Die Gründe lägen im "Personalbereich". Eine Strafanzeige gegen Wehnert sei nicht erstattet worden. "Mir selber ist die ganze Sache erst Ende August bekannt geworden. Die Mitarbeiter im Verein dachten wohl, dass ich es wüsste, weil Wehnert ja mein Kandidat war. Das Ganze trifft mich mehr, als ich dachte", sagte Kleist.

Beide Männer kennen sich lange, sind ehemalige SPD-Bürgerschaftsabgeordnete. Wehnert war außerdem Vorsitzender des SPD-Distrikts Wilhelmsburg-West. Kleist hatte nach eigenen Angaben vor, für ihn Ende des Sommers seinen Posten als Vorsitzenden des Landesbundes der Gartenfreunde zu räumen. Doch es kam alles anders. Kleist: "Mit 69 Jahren war das nicht meine Lebensplanung, hier noch einmal interimistisch einzugreifen."

Am 5. November, so Kleist, habe das Amtsgericht jetzt beide Parteien zu einem Gütetermin geladen. Ein Nachfolgekandidat für Wehnert werde aber erst gesucht, wenn der Prozess durch sei: "Wenn man die halbjährige Probezeit mit einrechnet, werden wir wohl frühestens in eineinhalb Jahren einen neuen Geschäftsführer haben", sagte Kleist zum Abendblatt.

Wolf-Gerhard Wehnert war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.