Noch immer unter Dampf und in Hamburg beheimatet: Deutschlands ältestes fahrtüchtiges Dampfschiff von 1876 lädt zu einer besonderen Alsterrunde.

Der Alsterdampfer "St. Georg" ist ein Stück Hamburger Geschichte.
Foto: PR
Hamburg. Gutmütig brummt die 2-Zylinder-Dampfmaschine, wenn der Kapitän mit seiner "St. Georg" (Geburtsjahr 1876) zu einer der beliebten Alsterrunden ablegt. 75 Pferdestärken sorgen für Schub, während weißer Dampf aus dem Dach emporsteigt.
Gemächlich schippert sie los und lässt den Jungfernstieganleger hinter sich. Vorbei geht die beschauliche Fahrt an eleganten Villen auf der Uhlenhorst und prächtigen Bauten an der Bellevue. Den Fahrgästen wird einiges geboten. Doch das eigentlich Besondere an der Fahrt ist der Dampfer, die "St. Georg" selbst. Als ältestes noch fahrtüchtiges Dampfschiff Deutschlands versprüht sie einen romantisch, altertümlichen Charme und entführt die Passagiere auf eine historisch anmutende „Dampfreise“.
Originalgetreu restauriert wird die "St. Georg" noch wie einst durch eine Drei-Mann-Besatzung geführt. Neben dem Kapitän sorgt ein Maschinist für die Pflege der betagten Motoren, während ein Condukteur die Fahrkarten der Passagiere kontrolliert und für Fragen zur Verfügung steht.
Markant ist die Erscheinung der "St. Georg". Sie hebt sich deutlich von ihrer Umgebung ab, zumal sie nicht in ihre Umgebung passt. Dieser gemütliche, antiquarisch wirkende Kutter mit Ruß geschwärztem Dach tuckert verträumt durch Hamburgs moderne Innenstadt-Kanäle. Wie ein historisches Zeugnis aus der Hochzeit der Dampfschifffahrt. Begegnet die "St. Georg" auf ihrer Rundfahrt anderen Dampfern, so wird ihre Einzigartigkeit besonders augenscheinlich. Schon fast futuristisch wirkt dagegen der Solar-Katamaran „Die Alstersonne“. Riesige Fenster für den Rundumblick, angetrieben durch Sonnenenergie, so gleitet „Die Alstersonne“ fast lautlos durch die Kanäle. Da kann die "St. Georg" nicht mithalten. Muss sie auch gar nicht. Sie weiß durch andere Reize zu bestechen. Retro-Flair pur für eine ganz besondere Alsterrunde.
Wer sich selbst davon überzeugen möchte, der hat in dieser Saison bis zum 1. November 2009 Gelegenheit dazu. Täglich legt die "St. Georg" von 10.45 Uhr bis 17.45 Uhr jede Stunde vom Jungfernstieg am Anleger drei ab.
Am kommenden Wochenende wird die "St. Georg" als nostalgisches Glanzstück auf der Alster übrigens nicht allein bleiben. Der Verein Alsterdampfschiffahrt e.V. hat zu seinem 150. Jubiläum Dampfboote aus ganz Deutschland zu einem Treffen auf der Alster eingeladen.












