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100 Dinge: Otto Hatje - Zigarren made in Hamburg

Gute Rauchzeichen

Ich brauch mal 'ne richtig gute Zigarre." Stefan Appel kann nicht sagen, wie oft er diesen Satz schon gehört hat.

Hier lagert der Duft der großen weiten Welt: ein Hauch von Havanna in Altona.
Foto: Duffé

Hamburg. Bekäme er jedes Mal einen Euro dafür, hätte er sich wahrscheinlich schon eine Hacienda auf Kuba leisten können, um dort seine Zigarren zu rollen. Stattdessen tut er dies im Herzen von Altona, nur ein paar Straßenzüge vom Bahnhof entfernt, in Otto Hatjes Zigarrenladen, den er seit 1992 als Ein-Mann-Betrieb führt. Appels Angebot umfasst eine große Auswahl an Zigarren aus eigener Herstellung sowie ein feines Sortiment an Importware.

Gegründet wurde das Geschäft durch den Namensgeber Otto Hatje, der 1922 begann, Zigarren "Made in Hamburg" herzustellen. Er führte damit eine alte Tradition fort, denn schon 1788 wurde in Hamburg die erste deutsche Zigarrenfabrik überhaupt gegründet. Nach dem Tod Hatjes wechselten die Besitzer zunächst häufig. "Ich hing hier ständig in der Gegend herum, und irgendwann wurde ich gefragt, ob ich nicht den Laden übernehmen möchte", erzählt Appel. Ein Seiteneinsteiger, wie er querer nicht sein könnte. "Ich habe eine Ausbildung zum Kfz-Schrauber gemacht, im Metallhandwerk und als Fassadenbauer gearbeitet."

Das Kuriose ist, dass Stefan Appel noch nicht mal sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Denn damals war er weder Zigarrenkenner noch Raucher. "Das kam erst mit dem Geschäft", stellt er trocken fest. Mittlerweile weiß er, wovon er spricht. Und was er tut.

Jeden ersten Sonnabend im Monat können Sie ihn dabei beobachten, dann demonstriert er in seinem Geschäft, wie man Zigarren herstellt.

Aber was ist denn nun eine gute Zigarre? "Das ist immer Geschmackssache und lässt sich nicht über den Preis definieren", weiß Appel. Bei ihm kostet das Stück zwischen drei und 20 Euro, und vor allem besteht jede Zigarre aus reinem Tabak. "Andernorts wird oft Kunsttabak mit eingerollt oder Tabakabrisse mit Bindemittel zusammengeklebt." Das schmecke man ebenso wie das Anbrennen durch ein Benzinfeuerzug. "Das darf man auf keinen Fall machen, denn die Dämpfe ziehen sofort in den Tabak", erklärt Stefan Appel. "Zum Anzünden darum nur Gas oder Hölzer verwenden."

Für weitere Tipps, Diskussionen und Fachsimpeleien lädt der junge Zigarrenmacher gern auch in den kleinen Salon im hinteren Teil seines Geschäfts. Dort rauchen dann nicht nur die Köpfe.

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Otto Hatje, Alte Königstraße 5, 22767 Hamburg

Tel.: 040/38 54 09

www.ottohatje.de

Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18.30 Uhr, Sa 10-14 Uhr

Preisbeispiele: Zigarren ab 0,45 Euro das Stück

ÖPNV: S 1/S 2/S 3 Haltestelle Altona oder Königstraße

Geeignet für alle, für die der Duft der großen weiten Welt mit intensivem Raucharoma geschwängert ist. Und für jeden, der schon immer mal kräftig an einem Blankeneser oder Altonaer ziehen wollte.

 

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