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Dossier

Das System Poggendorf

Wolfgang Poggendorf konnte als Chef des Hamburger Tierschutzvereins schalten und walten, wie es ihm beliebte. Doch das hatte alsbald ein Ende.

Wolfgang Poggendorf, ehemaliger Chef des Hamburger Tierschutzvereins, brachten seine skrupellosen Geldgeschäfte schließlich ins Gefängnis.
Foto: Katrin Neuhauser

Hamburg. Der Verdacht auf Untreue und Unterschlagung von brachte Poggendorf erst in Bedrängnis und dann vor Gericht. So soll Poggendorf unter anderem eine dem Verein vererbte Wohnung auf Sylt unter Marktwert für 130 000 Euro gekauft haben, wobei er zwei weitere Kaufinteressenten verschwieg. Anschließend verkaufte er die Wohnung für 250 000 Euro weiter. Außerdem soll er Wertpapiere aus einer anderen Erbschaft unterschlagen haben. Das Hamburger Landgericht entschied im November 2008: zwei Jahre Haft besiegelten das berufliche Schicksal des Ex-Tierschutzvereinchefs.

  • Wolfgang Poggendorf während seines Prozesses im Gerichtssaal.

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    Er suchte einen neuen Job und stieg zum fast allmächtigen Geschäftsführer des Hamburger Tierschutzvereins auf. Wolfgang Poggendorf schuf ein Netz aus Abhängigkeiten und - da ist sich die Staatsanwaltschaft sicher - bereicherte sich selbst. Um mehrere Hunderttausend Euro. Ab Montag steht er vor Gericht. Wegen Betrugs und Untreue.

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    Der im Fall Poggendorf mögliche Strafrahmen bewegte sich zwischen Geldstrafe und drei Jahren Haft. Trotz der schweren Vergehen habe das Gericht ihn nur zu einer Bewährungsstrafe verurteilen dürfen. In ihrer mündlichen Urteilsbegründung las die Vorsitzende Richterin dem Angeklagten umso strenger die Leviten.

  • Gestern, kurz vor dem Prozess: Wolfgang Poggendorf, Ex-Chef des Hamburger Tierschutzvereins. "Buh" und "Pfui", riefen Zuschauer. Mehr als 50 Tierfreunde kamen zur Verhandlung.

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  • Wolfgang Poggendorf, der ehemalige Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins, muss sich nun vor Gericht verantworten.

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    Ab 3. November muss sich der ehemalige Geschäftsführer und Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins (HTV), Wolfgang Poggendorf, nun vor Gericht verantworten. Dem 71-Jährigen wird Unterschlagung in einem Fall und Untreue in acht Fällen vorgeworfen.

  • Im Januar dursuchte die Polizei die Räume des Tierschutzvereins.

    Finanzamt streicht Anerkennung der Gemeinsnützigkeit

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    Der Hamburger Tierschutzverein (HTV) muss voraussichtlich mehr als 265.000 Euro Steuern an das Hamburger Finanzamt nachzahlen. Das teilte die Vereinsvorsitzende Gabriele Waniorek-Goerke mit. Dem Verein soll für die Jahre 2004 bis 2006 die Gemeinnützigkeit aberkannt werden.

  • Tierärztin Urte Hitzer arbeitet im Tierheim Süderstraße und gilt als enge Vertraute von Wolfgang Poggendorf (r.).

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    Die Gemeinnützigkeit soll geprüft werden. Bei Entzug würden immense Steuernachzahlungen fällig.

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    Tierschutzverein: Ex-Vorsitzender unter Verdacht

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  • Simone Runde zu Besuch beim Zirkus Probst. Damals prangerte Runde die Käfighaltung von Tigern und Bären an.

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    Poggendorf-Affäre: 179 425 Euro beschlagnahmt

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  • Bei den Hausdurchsuchungen am 2. August trugen Ermittler Kisten mit Akten aus Wolfgang Poggendorfs Wohnung.

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    Heute will Ex-Schatzmeister Friedrich Engelke eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragen, bei der der gesamte Vorstand des Vereins neu gewählt werden soll.

  • Tierheimchef Wolfgang Poggendorf am Steuer seines Mercedes CL. Am Freitag gab der 70-Jährige gegenüber dem Abendblatt keine Stellungnahme ab.

    Immobilien: Staatsanwaltschaft und Polizei weiten Ermittlungsarbeit aus

    paid Poggendorf-Affäre: Jetzt Sonderkommission

    Die am Donnerstag sichergestellten Unterlagen werden ausgewertet. "Für eine Bewertung ist es noch zu früh", sagte Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger.

  • Poggendorf-Affäre: HTV-Vorsitzender gerät weiter unter Druck

    Durchsuchungen bei Tierschutzverein

    Wegen des Verdachts der Untreue haben 150 Polizisten und vier Staatsanwälte am Donnerstag in neun Objekten des Hamburger Tierschutzvereins (HTV) nach Beweismaterialien gesucht. Der Deutsche Tierschutzbund forderte Wolfgang Poggendorf daraufhin erneut auf, sein Amt ruhen zu lassen.

  • Tierfreundin Isabella Pirzkall aus Worpswede mit den Katern Filou (11, l.) und Nils (13).

    Untreue-Verdacht: 55-Jährige wollte dem HTV ihr Haus vermachen - jetzt ändert sie ihr Testament

    paid Tierfreundin will Tierschutzverein enterben

    Isabella Pirzkall reagiert damit auf den umstrittenen Immobilien-Deal des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Poggendorf.

  • Der HTV-Vorsitzende Wolfgang Poggendorf.

    Empörung: Reaktionen auf umstrittenen Immobilienkauf

    paid Kritiker fordern: Tierheim-Chef Poggendorf soll zurücktreten

    Politiker wollen eine rückhaltlose Aufklärung. Der 70-Jährige hat für 111 000 Euro auf Sylt eine Wohnung in bester Lage erworben, die der Tierschutzverein geerbt hatte. Makler schätzen den Wert weit höher. Nach Abendblatt-Bericht ermittelt jetzt die Kripo.

  • Wolfgang Poggendorf ist Vorsitzender des Hamburger Tierschutzvereins, früher war er dessen Geschäftsführer.

    Vorwürfe: Vorsitzender zahlte 111 000 Euro, Makler schätzen Wert auf das Doppelte

    paid Poggendorf kauft Sylt-Wohnung aus Tierheim-Erbe

    70-Jähriger will Appartement in Westerland in bester Lage mit Meerblick als Alterssitz nutzen. Vereinschef streitet Vorwürfe ab.

  • Hund aus dem Tierheim Süderstr.

    Fundtiere: Poggendorf veranschlagt 600 Euro monatlich für die Betreuung eines Hundes

    paid Tierschutzverein: Kostenstreit eskaliert

    Bund der Steuerzahler kritisiert "dreiste Forderung" des Tierheimchefs: "Hartz-IV-Empfänger erhält nur 345 Euro."

  • Dietrich Wersich (CDU)

    paid "Verein soll Bilanz offenlegen"

    Interview: Staatsrat Wersich zur Kritik am Finanzgebaren des Tierschutzvereins. Bekommt Poggendorfs Verein künftig Konkurrenz? Wersich regt eine Kooperation mit Tierheimen außerhalb von Hamburg an.

  • Wolfgang Poggendorf

    paid CDU fordert mehr Transparenz

    Tierschutzverein: Finanzen sollen offengelegt werden. Der Vorstoß sei im Interesse der Bürger, weil der Verein auch mit Steuergeld finanziert wird.