Neuverlust im Nahluftverkehr

Eigener Bericht

Köln, 3. Juli

Der Nahluftverkehr in der Bundesrepublik hat sich auch 1962 noch nicht zu einem einträglichen Geschäftszweig entwikkelt. Die Air Lloyd AG (Köln) weist für das Berichtsjahr einen Neuverlust in Höhe von 1,3t (0,88) Mill. DM aus, obwohl 0.57 Mill. DM aus dem Abgang von Anlagevermögen anfielen und 0,12 (0,20) Mill. DM aus Rückstellungen und Rücklagen entnommen wurden.

Als Gesamtverlust werden 2,54 (1,18) Mill. DM auf neue Rechnung vorgetragen. Im laufenden Jahr ist mit einem Ausgleich nicht zu rechnen. Der Umsatz der für 1962 mit 1,95 (1,12) Mill. DM ausgewiesen wird, ist allerdings in den ersten 5 Monaten 1963 um rund 20 Prozent gestiegen. Dazu hat vor allem die erhebliche Belebung des Reisefluggeschäftes beigetragen, mit dem die Verwaltung große Erwartungen verbindet.

An die Tochtergesellschaft Air Lloyd Flugservice GmbH, die seit der Neuorganisation der Gruppe als Haltergesellschaft neben der Betriebsgesellschaft Air Lloyd deutsche Nah- Luftverkehr GmbH fungiert, wurde Ende 1962 ein Flugzeugpark von 19 Maschinen übertragen. Das einmotorige Gerät soll wegen der beschränkten Einsatzfähigkeit stillgelegt werden.

In der Hauptversammlung wurde mitgeteilt, daß die Air Lloyd AG ein Verkaufsabkommen mit der Deutschen Lufthansa abgeschlossen hat. Danach werden die regelmäßigen Flüge und die Reiseflugdienste des Air Lloyd von der Lufthansa angeboten und verkauft. In den Vorstand der Air Lloyd AG Ist Anton Weller (Gerling), der bisher dem Aufsichtsrat angehörte, neu eingetreten. Dem Aufsichtsrat wurde Dr. Hubertus Arntzen (ebenfalls Gerling) neu hinzugewählt. Das Haus Gerling kontrolliert mehr als 75 Prozent des Aktienkapitals, das in der HV mit 9,93 Mill. DM vertreten war.

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