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Wie man Bundesliga-Schiedsrichter wird

Hamburg. Die Schiedsrichter sind im Brennpunkt der Diskussionen. Werner Hackmann, der Präsident der Deutschen Fußball-Liga, fordert eine Überprüfung des Schiedsrichterwesens. Auch Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel will überprüfen, wo Verbesserungen im System vorzunehmen sein könnten. Strigel räumte zugleich ein, daß man die Möglichkeit des Betrugs durch Unparteiische bislang nicht ins Kalkül gezogen habe. Und der frühere Fifa-Referee Hellmut Krug hat die von Hackmann ins Spiel gebrachte Einführung von Profi-Schiedsrichtern forciert: "Nach dem, was sich in den letzten Tagen so entwickelt hat, man muß schauen, ob das eine Lösung sein kann", sagte Krug.

Aber wie wird man überhaupt Schiedsrichter? In Hamburg gibt es 4000 Unparteiische, jedes Jahr werden 450 Schiedsrichter neu ausgebildet. Ab 14 Jahren können Vereinsmitglieder in einem "Anwärter-Lehrgang", einem Kompaktkurs an einem Wochenende, ihre theoretische Prüfung zum Referee ablegen. Ab der Kreisliga kann sich der Schiedsrichter-Nachwuchs über ein Notensystem von Spielbeobachtern bis in die Bezirksliga empfehlen, einmal im Monat werden Lehrabende zur Weiterbildung angeboten.

Der Schiedsrichterausschuß des Verbandes (VSA) hingegen entscheidet, wer für Spiele bis hoch in die Verbandsliga in Frage kommt. Der VSA hat auch einen speziellen Talent-Förderkader mit derzeit 14 Schiedsrichtern, in dem sehr großer Wert auf die Persönlichkeitsschulung gelegt wird, wie VSA-Sprecher Carsten Byernetzki betont. So gibt es Rhetorikkurse oder Seminare, wie in Krisensituationen zu verfahren ist. Diese Linie wird auch für "Elite"-Schiedsrichter beibeihalten. Krug: "Wir haben nicht nur die Leistungen auf dem Platz, sondern auch die Persönlichkeitsstruktur zu beurteilen. Bislang haben wir alles gegeben, daß die geeigneten Personen die Spiele pfeifen"

Der VSA wiederum kann ambitionierte, für geeignet gehaltene Schiedsrichter für die Oberliga melden, wo der Norddeutsche Fußballverband (NFV) das Sagen hat. Gute Ergebnisse in der Vierten Liga qualifizieren talentierte Schiedsrichter zunächst für die A-Jugend-Bundesliga, dort beobachtet dann der DFB genau die Leistungen der Referees. Zugleich werden die jungen Schiedsrichter von früheren Spielleitern zu den Partien begleitet und gecoacht. Nach jedem Spiel folgt (sofern möglich) eine intensive Videoanalyse. Zudem treffen sich die Schiedsrichter monatlich zu zentralen "Trainingslagern", im Norden in Hannover.

Ist ein Schiedsrichter für die Erste und Zweite Bundesliga oder die Regionalliga eingeteilt - insgesamt sind dies in ganz Deutschland 84 Männer - muß er im Prinzip jederzeit bei Spielansetzungen zur Verfügung stehen, das Ausüben eines "normalen Berufes" ist nur eingeschränkt möglich. Der stetige Aufstieg bis in die höchsten Spielklassen bedeutet aber zugleich auch, daß ein "Abstieg" jederzeit möglich ist. Nach schlechten Leistungen bekommen Referees Pausen verordnet, oder sie rutschen in untere Spielklassen ab.

Die Zahlungen für Schiedsrichter sind nach Spielklassen gestaffelt: Ein Einsatz in der Ersten Bundesliga bringt 3068 Euro (die Assistenten erhalten je 1500 Euro), in der Zweiten Liga sind 1500 Euro fällig, in der Regionalliga noch 750 Euro. Analog dazu wird je nachdem, welcher Verein das Heimrecht besitzt, im DFB-Pokal die Vergütung berechnet. Die Altersgrenze für die Bundesliga beträgt 46 Jahre.lx

 

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