Testspiel: Remis gegen türkischen Vizemeister sorgt für Zufriedenheit
Hamburg. "Das sieht doch jetzt nach Fußball aus, oder?" Holger Stanislawski, der neue Teammanager des FC St. Pauli, war nach dem 0:0 gegen den türkischen Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer Trabzonspor sehr zufrieden. Und auch Präsident Corny Littmann war es: "Wir sind mit dem Vorsatz in diese Saison gegangen, dass wir uns spielerisch verbessern, das ist sehr gut gelungen. Alle unsere Spieler haben mit großer Leidenschaft gespielt. Und endlich haben wir einen erstklassige Regisseur, Ifet Taljevic hat großartig aufgespielt."
Klärende Worte beim Krisengipfel
Am Millerntor sprießt neue Hoffnung. Fans und Verantwortliche wünschen sich nichts sehnlicher als attraktive Spiele und Erfolge. Sollte St. Pauli in der Regionalligsaison tatsächlich an die Leistung der gestrigen Partie gegen die allerdings zurückhaltenden Türken anknüpfen, wird es Fortschritte geben, was Kampf, Mut, Kombinationsspiel und Variantenreichtum betrifft. St. Pauli war gegen Trabzonspor gleichwertig und hatte dank eines Taljevic-Freistoßes an den rechten Außenpfosten (75.) auch die größte Torchance des Spiels.
Ansonsten war die zweite Hälfte auf Grund der zahlreichen Wechsel auf beiden Seiten vor 4721 Zuschauern sehr zerfahren.
Die meisten Erkenntnisse dürfte St. Paulis Trainer Andreas Bergmann daher vor der Pause gewonnen haben. Da ließ er alle sechs Neuzugänge auflaufen und mit einer 4-4-2-Formation auch seine Wunschtaktik praktizieren. Von den Neuen fielen vor allem der flinke und spielerisch exzellente Taljevic sowie Dauerrenner Sebastian Wojcik im Angriff auf.
So gefällig St. Pauli aber auch kombinierte, so überraschend flüssig der Ball mehrfach durch die eigenen Reihen lief - im Sturmzentrum fehlte es insgesamt an Durchschlagskraft. Der Kiezclub hat sich nach Abendblatt-Informationen bereits nach Verstärkungen umgehört.
Trainer Bergmann zog nach diesem ersten echten Härtetest ein positives Fazit: "Nach den zwölf harten Trainingslager-Tagen bin ich sehr zufrieden. Wir wollten hohe Laufbereitschaft zeigen, jeder sollte für jeden arbeiten, das wurde umgesetzt."
In dieser Woche startet nun die letzte Phase der Vorbereitung: der Feinschliff. Neben einem Mannschaftsrat wird der Kapitän gewählt, außerdem werden die Spieler ihre neuen Erfolgsprämien aushandeln. Als großes Plus seines neuen Teams hat Bergmann bereits "die gute Gemeinschaft, die Einheit" erkannt.
Das soll das neue Erfolgsgeheimnis werden. Nur die Fans muss der Verein - und dazu gehört auch die Führung - ausnahmslos hinter sich bringen. Noch immer regt sich Widerstand gegen Littmann. Die neue Rasenpaten-Aktion wurde mit zwei Plakaten kommentiert. Auf einem stand: "Eure Politik heißt Pump, kein Versuch ist Euch zu plump." Guter Fußball, das weiß Littmann, könnte die Lager vereinen.















