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Matthäus will, Osieck nicht

Hamburg. Das Kandidaten-Karussell kommt in Schwung, und zwar in beide Richtungen. Ungarns Nationaltrainer Lothar Matthäus (Vertrag bis 2006) erklärte im ZDF-Sportstudio, obgleich noch gar nicht gefragt, dass das Amt des deutschen Bundestrainers eine reizvolle Aufgabe sei - auch für ihn.

Offenbar von DFB-Vizepräsident Engelbert Nelle wurde ein neuer Name ins Spiels gebracht: Holger Osieck (55). Doch der ehemalige Assistent von Franz Beckenbauer, der von 1998 bis 2003 Kanadas Nationalteam trainierte und seit Mai bei der technischen Kommission des Weltverbandes FIFA angestellt ist, hat abgewinkt: "Ich will meinen Vertrag langfristig erfüllen."

Auch Michael Skibbe schloss am Wochenende aus, als Interimscoach für das Länderspiel am 18. August in Österreich zur Verfügung zu stehen: "Ich werde definitiv nicht das Erbe von Rudi Völler antreten, egal, wie kurz es ausfiele." Völler selbst schloss bei seinem emotionalen Auftritt bei Thomas Gottschalk einen Rücktritt vom Rücktritt aus.

Otto Rehhagel bleibt dagegen die Nummer eins auf dem Wunschzettel der DFB-Krisenmanager, und auch bei den Deutschen hat er die Mehrheit hinter sich. Bei einer Forsa-Umfrage von TV-Sender RTL stimmten 38 Prozent für den derzeitigen Nationaltrainer Griechenlands. Kontakt mit Gerhard Mayer-Vorfelder hatte Rehhagel bereits: Der DFB-Präsident gratulierte telefonisch zum Finaleinzug. Auch Völler kann sich Rehhagel vorstellen: "Das wäre die Krönung für seine Karriere. Er hat vor allem ein breites Kreuz."

Ab Dienstag könnten dann persönliche Gespräche beginnen, wenn Rehhagel nach seinem "Zwischenstopp" am Montag in Athen nach Deutschland zurückkehrt. "Jetzt gibt es Befürworter von Otto Rehhagel, die vorher große Gegner von Rehhagel waren", wunderte sich nicht nur Mayer-Vorfelder, der laut "Bild" vorschlug, eine Findungsgruppe mit drei, vier Personen zu gründen. Und Franz Beckenbauer forderte: "Wir brauchen einen Mann für die nächsten zwei Jahre, das Hauptziel ist 2006. Wie es danach weitergeht, ist völlig egal."HA

 

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