Schnellschüsse nur auf dem Rasen
Kommentar
Mit einem vorher nie für möglich gehaltenen Finale ist das wunderbare Ballspektakel in Portugal gestern zu Ende gegangen, und man wünscht sich, dass von der Begeisterung der Fußball-EM auch möglichst viel nach Deutschland schwappt. Es ist nämlich genug gejammert worden, jetzt geht es darum, selbstbewusst nach vorne zu schauen. Nichts wäre fataler, als wenn die Aufarbeitung der Versäumnisse mehr Zeit in Anspruch nehmen würde als die Gestaltung der Zukunft.
In Frankfurt bietet sich der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes heute die Chance für einen erforderlichen Neuanfang. Erst wenn diese Personalie geklärt ist, sollte sich eine Findungskommission - besetzt auch mit praxisnahen Fachleuten - daran machen, den (oder die?) Nachfolger für Rudi Völler auszuwählen. Dabei geht es nicht um hektische Betriebsamkeit, um die Befriedigung der Stammtische (Rehhagel) oder darum, dem lautesten Bewerber (Matthäus) nachzugeben. Gefragt ist vielmehr ein bescheidener Fußball-Fachmann mit Mut zum Risiko, der Kraft zum Neuaufbau und der Fähigkeit zur Begeisterung.
Da sollte man sich Zeit lassen, um den geeigneten Mann zu finden. Schnellschüsse dann bitte erst wieder auf dem Rasen.





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