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Fußballnationalmannschaft: Deutschland gewinnt Testspiel gegen Belgien 2:0

Das Beste war das gesammelte Geld

Im Winter 2005 suchte sich Jens Lehmann, damals noch die Nummer zwei im deutschen Tor hinter Oliver Kahn, die Trikotnummer neun aus - wohl als...

Nürnberg. Im Winter 2005 suchte sich Jens Lehmann, damals noch die Nummer zwei im deutschen Tor hinter Oliver Kahn, die Trikotnummer neun aus - wohl als feinsinniges Zeichen, dass er sich nicht als klassischen Reservetorwart sah.

Gestern Abend beim Freundschaftsspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Belgien zugunsten der Egidius-Braun-Stiftung trug Piotr Trochowski die Neun. Aber nicht, weil er ein Signal für mehr Tore setzen wollte. Der Weltverband Fifa ist schuld.

Das Reglement für die Weltmeisterschaft in Südafrika schreibt vor, dass die Nationalmannschaften bei den Qualifikationsspielen nur noch die Nummern eins bis 18 tragen sollen. Das wiederum hat zur Folge, dass bis 2010 auch die Spielernamen fehlen.

Eine Regelung, die ungefähr so viel Sinn macht wie das Austragen von Länderspielen um 21 Uhr (darum hatte das ZDF wegen Olympia gebeten). Zumal viele Zuschauer nicht alle Spieler der "No-name"-Truppe - neben dem zurückgetretenen Lehmann fehlten mit Ballack, Frings, Schneider, Mertesacker, Metzelder etliche Stützen - erkannt haben dürften. Die Vier zum Beispiel trug der Stuttgarter Debütant Serdar Tasci.

Waren es die noch nicht beendeten Schulferien oder der angesichts der vielen Ausfälle auf beiden Seiten geringe Nutzwert der Begegnung? Tausende Plätze blieben beim ersten Auftritt der Deutschen nach der EM unbelegt, das hat es lange nicht gegeben.

Den vielen Kindern, die mit ihren Eltern dennoch stolz die (nun veralteten) Trikots ins Stadion trugen, freuten sich dennoch auf Unterhaltung und viele Tore - und wurden in der ersten Halbzeit enttäuscht. Zwar erspielte sich die DFB-Auswahl gegen die harmlosen Belgier etliche gute Torchancen, doch weder die Nummer elf (Miroslav Klose, 16.) noch die Nummer sieben (Bastian Schweinsteiger, 22.) vermochten den Ball aus kürzester Distanz im gegnerischen Tor unterzubringen.

Glück hatte der belgische Torwart Stijn Stijnen, als er den auf ihn zulaufenden Zehner (Lukas Podolski) vor dem Strafraum mit dem gestreckten Bein brutal in die Rippen trat und dem Stürmer eine Schürfwunde zufügte, Schiedsrichter Thomas Vejgaard aber weiterlaufen ließ. Das war ganz klar Rot!

Wenn das deutsche Team offensiv gefährlich wurde, dann zumeist über die linke Seite, wo der muntere Trochowski viele Aktionen einleitete und auch alle Standards schießen durfte. Aber bis zur Pause schlich sich auch viel Leerlauf ein. Robert Enke, vorerst die Nummer eins im deutschen Tor, hatte wenig Arbeit.

Zur Pause musste Podolski, einer der auffälligeren Spieler der ersten 45 Minuten, wegen seiner Blessur ebenso wie Klose in der Kabine bleiben, Kuranyi und Gomez kamen.

Da die Belgier immer passiver agierten, sich nur noch auf die Defensive verlegten und auf der anderen Seite das deutsche Spiel wieder deutlich an Fahrt zulegte, war das 1:0 logisch. Trochowski passte quer auf Gomez, der von van Buyten gehalten wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Schweinsteiger sicher (59.).

Die Fans jubelten, hofften auf weitere Tore und schöne Kombinationen. Doch daraus wurde zunächst nichts, wieder verflachten Stimmung und Partie. Gerade rechtzeitig fiel noch das 2:0 durch den eingewechselten Marko Marin (77.). Der Erfolg war am Ende hoch verdient, ein höherer Sieg wäre leicht möglich gewesen. So blieb das Beste an diesem Abend das für die gute Sache gesammelte Geld.


Deutschland: Enke - Fritz, Tasci, Westermann, Lahm (82. Jansen) - Schweinsteiger, Hitzlsperger (70. Marin), Rolfes, Trochowski (79. Helmes) - Podolski (46. Gomez), Klose (46. Kuranyi).

Belgien: Stijnen - Swerts, Simons, van Buyten, Daems - Witsel (65. Gillet), Mudingayi (87. Hoefkens), Defour (59. Buffel), Goor - Sonck, de Sutter (46. van Damme).

Schiedsrichter: Velgaard (Dänemark). Zuschauer: 34 117. Gelb: van Buyten, van Damme

 

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