Saga GWG will Barmbek-Nord Mieten drastisch erhöhen
In Einzelfällen sind Mieterhöhungen um mehr als 60 Prozent angekündigt. Mieterverein zu Hamburg spricht von Skandal.
"Saga GWG will Mieten drastisch erhöhen", Hamburger Abendblatt, 9. März
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Interesse habe ich heute Ihren Artikel bezüglich der Mieterhöhungen der SAGA gelesen. Vielleicht ist es für Sie von Interesse, dass die SAGA auch in anderen Bereichen ein unmögliches Verhalten an den Tag legt.
Ich bin momentan Mieterin bei der SAGA (Geschäftsstelle Billstedt) und suche eine neue Wohnung, da das jetztige Wohnhaus total "versifft" ist. Nun hatte ich mich bei der SAGA für eine andere Wohnung beworben. Hierfür benötigte ich ein Vorabnahmeprotokoll meiner jetzigen Wohnung. Der zuständige Hausmeister erklärte mir, dass ich u.a. beim Auszug sämtliche Tapeten entfernen muss und die Decken weiß streichen soll. Mein Mietvertrag enthält jedoch eine Klausel, die ungültig ist. Somit muss ich meine Wohnung nicht renovieren. Dies teilte ich dem Hausmeister auch mit. Um aber dennoch eine Renovierung auf mich abzuwälzen, bezeichnete die SAGA sämtliche Malerarbeiten in meiner Wohnung als Schäden. Dies sollte ich auch unterschreiben, was ich jedoch verweigerte.
Nun erklärte man mir in der Geschäftsstelle Dulsberg, dass ich die Wohnung, für welche ich mich beworben habe, evtl. bekommen kann. Allerdings müsste ich dann bei Mietvertragsabschluss unterschreiben, dass ich meine jetzige Wohnung vollständig renoviert hinterlasse. Dieses Verhalten erinnert mich stark an Erpressung.
Name der Redaktion bekannt
Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist bedauerlich, dass der Mieterverein mit derartigen Mitteln die Modernisierung des Gebäudebestandes in Hamburg behindert, und damit einen Beitrag zum Klimaschutz verhindert. Jeder Mieter hat das Recht Wohngeld zu beantragen, und damit Hilfe vom Staat zu erhalten. Wohnen ist zum Nulltarif nicht zu haben. Es hilft eben leider überhaupt nicht, nur für eine Stunde das Licht auszuknipsen, wie Sie auf der gleichen Seite berichten. Damit retten wir die Umwelt nicht. Im Gegenteil, derartig werbekräftige Berichterstattung für den Mieterverein trägt ausschließlich dazu bei, dass Vermieter lieber die Finger von einer klimaschützenden Modernisierung lassen und das Kapital in ihr Kopfkissen stopfen, da es dort allemal gewinnbringender angelegt ist und keine Kopfschmerzen verursacht.
Mit freundlichen Grüßen
Heinrich Stüven -Vorsitzender- Grundeigentümer-Verband Hamburg
Die Erhöhung der Mieten ist nicht die einige Sauerei bei der Abdämmung der betroffenen Gebäude in Barmbek. Ich lebe seit fünf Jahren in Barmbek und schätze das Viertel wegen seiner 20-Jahre-Ziegelstein- Architektur, die auf den damaligen Oberbaudirektor Schuhmacher zurückgeht. Dieses in Hamburg außer in der Jarrestadt einzige verbliebene Stadtbild wird nun mittels Ziefelstein-Imitat-Frontblenden aus Kunststoff zugekleistert. Jedem fachkundigen Architekturkenner und Liebhaber des alten Stadtbildes kommen da wirklich die Tränen. Und das erfolgt auch noch durch ein stadteigenes Wohnungsunternehmen, die SAGA. Es dokumentiert dasselbe Unverständnis für Architektur wie die Verbauung von einteiligen Fernstern in Häusern, die in 20-er Jahren mal mit geteilten Plano-Sprossen-Fenstern konzipiert und erstellt wurden. Wer mal ein Haus mit den modernen einteiligen 08/15-Fenstern mit einem Gebäude mit Sprossenfenstern verglichen hat, bemerkt sofort, daß diese Häuser einmal bewußt mit Sprossenfenstern geplant und erbaut wurden, weil sich eine völlig andere Anmutung ergibt.
Beste Grüße J. Wagner





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