Der Amoklauf von Winnenden
Kurz nach halb zehn begann Tim K. in zwei Klassenräumen kaltblütig auf Schüler und Lehrer zu schießen. Auf seiner anschließenden Flucht tötete er weitere Menschen - bis er schließlich die Beretta-Pistole seines Vaters gegen sich selbst richtete.
Er ging durch die Klassen und schoss auf die Mädchen/Der Mord dauerte zweieinhalb Stunden - Protokoll einer unfassbaren Tat/Kommentar: Gewalt entsteht in den Köpfen, Hamburger Abendblatt, 12. März.
"Abschied von den Opfern des Amoklaufs und Kontrollen der Waffenbesitzer "
Es ist leider in der deutschen Wohlstandsgesellschaft so, dass ein 17-Jähriger --in wie ein Kind von Eltern, Schulen, Jugendämtern und Polizei behandelt werden. Sie haben wenig Chancen sich gegen ein vermeintliches Unrecht zu wehren. Möglicherweise ist dadurch die zunehmende anonyme Gewalt am Wachsen! Welch ein unsinniger Ausdruck ist das Wort "Nicht Volljährig". Die Ausbildung der Jugend zu Ethik und Menschenfreundlichkeit sollte doch im politischen Handeln an erster Stelle stehen. Die heutigen Politiker kümmern sich aber um alles andere als um die Jugend in den Schulen und in der Weiterbildung, das ist Sache von Angebot und Nachfrage! Die Zukunft des Volkes sollte doch an erster Stelle stehen und danach die Volksgesundheit. In der Politik kann man nickt alles nach dem Gießkannenprinzip behandeln. Statt dessen verteidigt man die deutsche Freiheit am Hindukusch mit einem Milliardeneinsatz. Das ist doch ein Skandal für unsere angebliche Demokratie. Im Zentrum der heutigen Gesellschaft steht doch die egozentrische Gewinngier.
Die Statistik verschweigt, wie viele Minderjährige bzw. Nichtvolljährige in den Gefängnissen und Zuchthäusern sitzen. Wie soll sich ein Minderjähriger und nicht Volljähriger aber Erwachsener und reifer Mensch bei Problemen mit dem Elternhaus, den Schulen und dem Staat verhalten? Er wendet sich schließlich der Gewalt in PC-Spielen zu . Die Juristen und Psychotherapeuten schießen heute wie Pilze aus dem Boden. Die unzähligen Gerichte werden durch einen egozentrischen Bürokratismus gelähmt. Für die Beschwerde eines Jugendlichen ist jedes Anwaltsbüro und Gericht geschlossen, da sie noch Kinder seien! Dieser Tim K. , dessen Nachnamen verheimlicht wird, war sicher kein Psychisch-Kranker -- allenfalls stand er kurz davor! Junge und alte Menschen stehen durch den demographischen Faktor diametral gegeneinander. Die Alten sollten gesetzlich betreut werden! Man sollte doch einmal an die Wurzeln gehen. Warum finden solche Amokläufe vorwiegend bei Männern und nur in den USA und in Deutschland statt?
Es gibt heute keinen Zusammenhang in der Gesellschaft, weil die Menschen einander bei dem Chaos der Verordnungen Strafverschärfungen und Tausenden von Gesetzen und Verordnungen einander nicht mehr trauen können. Das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern ist heute weitgehend gestört. Die Eltern werden nicht mehr von ihnen versorgt, denn sie kommen heute bald in Altenheime wo sie bestens aufgehoben sind mit einer mittleren Verweildauer von 3 Jahren! So ist alles geregelt, sogar die Betreuung der einjährigen Säuglinge. Wichtig sind heute nur noch die Kontrollen der politischen Reformen?
Bruno Rhody
Waffen in privater Hand sind kaum zu verbieten. Doch Waffen die nur einen Schuss abgeben, dann mühselig geladen werden, sollten den privaten Schützen vorgeschrieben werden. So würde zwischen den einzelnen Schüssen Zeit gewonnen, den Opfern eine große Hilfe!!. Der Einwand wie soll ein Privatmann mit so einer Waffe sein Heim verteidigen, da könnte ja rückblickend festgestellt werden, wie oft ist das, zum Beispiel, in Europa passiert. Mit freundlichem Gruß G. Meuss
Im Zentrum des Lebens der heutigen Gesellschaft steht die egoistische Gewinngier und das Wachstum des Kapitals! Das Büchlein "Grenzen des Wachstums" vom Club of Rome, wurde desavouier. Die Gesetze, Verordnungen und Computerbriefe ohne Unterschrift beherrschen den Lebensweg der Menschen und führen nach dem Gießkannenprinzip zu einer immer kritischeren Gesellschaft, die nach schärferen Gesetzen und Strafen sowie einem größeren Polizeieinsatz ruft. Die Menschheit wird immer mehr mit vorschritten und Gängelungen geknebelt um den Reichtum der Reichen zu mehren, die genug Geld haben alle Fallen zu umgehen. Die Schere
zwischen Arm und Reich wird immer größer und aufsässige Jugendliche, die darüber nachdenken, werden in die Psychotherapie gesteckt, was ein Heilmittel für Probleme im Elternhaus, in den Ehen und jeder Anpassungsunfähigkeit ist. Solche psychischen Helfer wachsen wie Pilze aus dem Boden und es ist sehr fraglich ob sie solche Situationen regeln. Jung und Alt stehen sich diametral wegen des demographischen Faktor gegenüber. Der Euro ersetzt heute Moral und Ethik. Junge und alte Menschen gelten als Versager. Die Alten haben zuviel erlebt und hüten sich, Amok zu laufen, obwohl sie es den Jungen gern nachmachen würden, die Jungen sind von rückständigen Eltern falsch erzogen, deren Vorfahren im Kaiserreich zu Dienenden, in der Preußenzeit zur Disziplin und danach zum bedingungslosen Gehorsam erzogen wurden! Die Jungen sind dennoch fähig, das sie umgebende chaotisches Ambiente in Politik und Wirtschaft zu erkennen. Es ist daher etwas verständlich, wenn junge Menschen -- keine Mädchen(!) ihren Mut beweisen wollen, um durch Amoklaufen die Verhältnisse zu verbessern, zumal sie sich danach selbst erschießen!. Alle Schulen sollen jetzt in Hochsicherheitstrakte verwandelt werden und die Gesetze und Strafen noch einmal verschärft werden. Damit wird man überhaupt nichts erreichen, wenn man nicht an die Wurzeln geht. Warum finden solche Amokläufe ausschließlich in den USA und in Deutschland statt? Bruno Rhody
Niemand will bestreiten, wie abartig sog. Killerspiele im Internet sind und ggf. reale Nachahmungen produzieren. Allerdings zeugt es von keiner großen Sachkenntnis, wenn man derartige Spiele \"verbieten\" will. Das Internet ist und bleibt ein öffentliches Forum und Verbote nützen gar nichts, wenn man nicht die Provider bzw. Server solcher abartigen Seiten ausschalten kann. Und das ist leider schlichtweg unmöglich. Im übrigen wurde im Fernsehen am 12.03. bei einem Privatsender der nachgestellte Amoklauf in Columbine gezeigt,der an Grausamkeiten \"nichts zu wünschen übrig ließ\", eine Anleitung für Nachahmer und somit ein fragwürdiger Beitrag zu dieser Zeit, der aber doch zeigt, wie krank unsere Medien und unsere Gesellschaft bereits sind. Peter Wolff
Es wird gefragt, ob der Amoklauf von Winnenden hätte verhindert werden können und ob er vom Täter vorher angekündigt worden ist?- Tatsache ist, dass 16 Menschen tot sind! Wie aber können weitere dieser Irrsinnstaten verhindert werden, das gilt es zu klären und ich glaube nicht, dass nur die Gewaltspiele die Ursache für solche Ausbrüche sind. Vielmehr sind sie im gegenseitigen Miteinander unter den Jugendlichen und den Menschen zu suchen. Vor lauter Fernsehen, Video und PC sind m.E. viele Jugendliche gar nicht mehr zur Kommunikation fähig. Früher wurden die Aggressionen draußen im Freien bei verschiedenen Spielen rausgelassen oder beim Sport. Heute sieht man kaum noch Kinder auf der Straße spielen. Wo sind sie alle? - Vorm PC oder Fernseher. Das nächste Problem ist, dass Mobbing und Schadenfreude auf Kosten des Einzelnen vgemacht werden, vorgelebt von Comedys von namhaften "Komikern", die nur auf die Verletzung der Persönlichkeit abzielen und nicht mehr witzig sind. Heinz Erhart, vor ein paar Wochen wäre er 100 Jahre geworden, der hatte feinen Humor, ohne irgendwelche Menschen persönlich zu verletzen. In der Schule hingegen herrscht doch Krieg, wer am besten den anderen verhöhnt, ist gut angesehen. Manche können damit umgehen, manche aber auch nicht und entweder sie verfallen in eine Depression oder in eine Aggression, wie in Winnenden. Mein Vorschlag, vielmehr miteinander reden, Rollenspiele machen, sodass jeder einmal in die Situation kommt wie sich ein Außenseiter fühlt und mehr Toleranz gegenüber jedem. Vermeintliche Außenseiter müssen in die Gemeinschaft integriert werden, statt sie zum Psychologen zu schicken. Hier lernt er nur, wie er die Ausgrenzung besser ertragen kann und das ist wahrlich keine Lösung, siehe Winnenden. Ingrid Kallbach
Natürlich wird jetzt nach Lösungen gesucht, grässliche Geschehnisse wie in Winnenden zukünftig zu vermeiden. Schärfere Gesetze, Metalldetektoren, stärkere Polizeipräsenz? Nein! Die Schwächen des Täters sachlich deuten, Waffen wegschließen und Ankündigungen ernst nehmen. Es wäre so einfach gewesen. Verpasste Chancen - eine Mitschuld all derer, die nicht gehandelt haben. Detlef Lange
Als Eltern sind wir dafür verantwortlich, wenn unser Sohn mit seinem Fußball Nachbars Fensterscheibe zerschießt, wenn unsere Tochter Eis auf die Jacke einer Bekannten tropft. Aber Eltern sind anscheinend nicht dafür verantwortlich, wenn ihr noch minderjähriger Sohn 15 Menschen ermordet und sie die dafür notwendige Waffe bereitgestellt haben. Mehr noch, sie haben in ihrem Sohn die Neigung zu Waffen geweckt und gefördert durch ihr unglaubliches Arsenal an Waffen und Munition zu Hause, durch die "Trainingsmöglichkeiten" im eigenen Haus. Nein, da sind also weder die Eltern noch der Schützenverein schuld, schuld ist da wieder die Gesellschaft, also wir alle! Diese 16 Toten haben die Eltern des Attentäters und der Attentäter selbst zu verantworten, sonst niemand! Maria Schmidt
Vor Ablauf der Hintergrund-Untersuchung durch wen auch immer , stellen sich mir in diesem Fall 3 grundsätzliche Fragen : - warum müssen Mitglieder eines Schützenvereins Waffen zuhause deponieren ? - wofür braucht ein Vereinsschütze 15 ! Waffen ? - warum können die Waffen der Mitglieder nicht mit optimaler Sicherheit im Verein deponiert werden ? Nach Erfurt wurde das Waffengesetz in "witziger Weise verschärft"! - Waffen + Patronen müssen getrennt gelagert werden ! - Das Mindestalter für den Waffenkauf wurde von 18 auf 21 Jahre heraufgesetzt ! - Der Besitz von Handfeuerwaffen (lt.Hamb.-Abendbl.)von 15 auf 20 erhüht ! ? - Welcher Normalbürger braucht ein Waffe ? Ich bin 73 Jahre alt und habe noch nie eine Waffe vermißt oder besessen. Jürgen Osterwald
Wer Täter isoliert betrachtet ohne nach den Einflussnehmern oder Motivatoren zu suchen, wird nie solche oder irgendwelche anderen Straftaten verhindern können! Prävention heißt beweisen, dass die Urheber der Tat ermittelt und im Licht der Öffentlichkeit verurteilet werden können! Mit freundlichen Grüßen Ihr Mitbürger Otto Hollenberg
Warum gab es vor 20 Jahren noch keine amoklaufenden Schüler? Wo könnten die möglichen Ursachen liegen? Waren die Familien damals noch familiärer? Der Nobelpreisträger und exzellente Menschenbeobachter Konrad Lorenz erkannte schon vor Jahrzehnten: "Der pseudoaufgeklärte Zivilisationsmensch, gefangen im schlimmsten aller Teufelskreise, im kommerziellen Wettlauf mit sich selbst, ist blind und taub für das Schöne und Hässliche , das Gute und Böse..." Und heute? Leben wir nicht in einer, von teilweise rücksichtslosen Geld- und Wirtschaftsinteressen, manipulierten Welt und merken es noch nicht einmal? Politik und ein Teil der Medien sind längst im Griff dieser Lobby, über Werbung und Parteispenden sind sie nicht frei sondern abhängig von dieser "Monetenmafia". Nicht mehr wir Menschen bestimmen unser Handeln und Wirtschaften, sondern Politik und Konzerne dominieren uns und nahezu alles Menschliche. Konservative Werte wie Bescheidenheit, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Mütterlichkeit, Demut und Nächstenliebe sind allenfalls Hindernisse auf dem Weg zum "modernen freien Menschen". Amokläufern ist das Schicksal anderer völlig schnuppe, auch weil sie meinen, ihr eigenes Schicksal interessierte ja auch keinen. Nun haben wir sie, diese freie Welt der Materialisten und Egoisten. Den Schweinestall mit Gewalt, Drogen, Kinderpornografie und Killerspielen. ARD und ZDF waren unter den Augen "unserer Volksvertreter" über Jahrzehnte die größten Gewaltdarsteller im Lande. Die neue Technik setzt nur noch eins drauf. Wen wundert’s? Nach dieser Schreckenstat gäbe es -wieder einmal- einen guten Grund mit "eisernem Besen" endlich diesen Augiasstall auszumisten. Es ist zu befürchten, dass Konrad Lorenz Recht behält. Er schließt seine Feststellung mit den Sätzen: "Und was das Entsetzlichste ist, Wertblinde sind in gewaltiger Überzahl vorhanden. Und da wir alle Demokraten sind, haben sie eine Mehrheit und regieren die Welt". Wertekonservatives Denken und Handeln würde aber unser Dasein entschieden menschlicher und damit auch wieder sicherer gestalten. Mit freundlichen Grüßen Friedrich Schababerle
Wir sollten uns doch wirklich fragen warum dies gerade an Schulen geschieht und nicht an anderen Orten. Warum schoß Tim in seiner Schule um sich und erschoß nicht seine Eltern, Polizisten oder Fernsehmacher? In unseren Schulen herrscht eine lebensfeindliche und Kinder verachtende Grundstimmung. Laßt endlich das Leben in die Schulen, Tiere und Pflanzen viel mehr als Formeln und Rechtschreibregeln. Kein Ingenieur kann heute noch mit seinem Rechenschieber eine Brücke bauen und jeder Text wird vom PC auf Grammatik geprüft bevor er veröffentlicht wird. In dem folgenden Text von Maria Montessori finden Sie dies wieder auch ohne bekennender Christ oder Fan von ihr zu sein. Das Kind wird den Leidensweg Christi zu gehen haben. Der Beginn aber von alledem liegt in jenem -Ecce homo-. Hier steht ein Mensch, er trägt nicht Gott in sich, er ist wie entleert und ist bereits gedemütigt und gezeichnet worden von solchen Gewalten, die ihn hätten verteidigen können. Dann wurde er vor die Menge, vor die Autorität der Gesellschaft geschleppt. Die Schule war für das Kind die Stätte größter Trostlosigkeit. Jene ungeheuren Gebäude scheinen für eine Menge von Erwachsenen errichtet. Alles ist hier auf den Erwachsenen zugeschnitten: die Fenster, die Türen, die langen Gänge, die kahlen, einförmigen Klassenzimmer. . . Die Familie ließ das Kind allein, hoffnungslos und von Furcht bedrückt, über jenem Tor Dantes Hölleninschrift zu lesen: ?Durch mich gelangt man in die Stadt der Schmerzen, in die Stadt, wo das Volk wohnt, das Volk, von dem die Gnade sich abgewandt hat. Eine strenge, drohende Stimme forderte das Kind samt vielen unbekannten Gefährten auf, hereinzukommen, wobei man alle zusammen als böse Geschöpfe betrachtete, die Strafe verdient hatten: ?Weh euch, ihr bösen Seelen . . .? Da sitzt nun das Kind in seiner Bank, ständig gestrengen Blicken ausgesetzt, die zwei Füßchen und zwei Händchen dazu nötigen, ganz unbewegt zu bleiben, so, wie die Nägel den Leib Christi an die Starrheit des Kreuzes zwangen. Und wenn dann in jenes nach Wissen und Wahrheit dürstende Gemüt die Gedanken der Lehrerin entweder mit Gewalt oder auf irgendeinem anderen gutbefundenen Weg hineingepresst sind, dann wird es sein, als blute dieses kleine, gedemütigte Haupt wie unter einer Dornenkrone. Jenes Herz voll Liebe wird von der Verständnislosigkeit der Welt durchbohrt werden wie von einer Lanze, und bitter wird ihm vorkommen, was die Bildung ihm zum Stillen seines Durstes darreicht. Schon steht das Grab bereit für die Seele des Kindes, die inmitten so vieler Unnatürlichkeit nicht zu leben vermag; und ist sie begraben, dann werden viele Wächter darauf sehen, dass sie nicht aufersteht. Aber das Kind ersteht immer wieder und kehrt immer wieder, frisch und lächelnd, um unter den Menschen zu leben. Maria Montessori (Quelle: Taschenbuch bei rororo von Helmut Heiland über Maria Montessori) Mit freundlichen Grüßen Dirk Scholz
So lange unsere Gesellschaft und die "Vertreter des Volkes" unseren Kindern und Schülern die Heuchelei in Vollendung vorleben, so lange sehe ich keine Chance, das Problem Amoklauf in den Griff zu bekommen. Da muss ich nur lachen über Unterrichtsinhalte wie "Deeskalationsstrategien, Anti-Gewalt-Programme, Maßnahmen, die Sozialkompetenz und Konfliktfähigkeit steigern” ... Da lacht auch ein aufmerksamer und sensibler Schüler doch nur, wenn er sieht, wie die Deutsche Regierung ca. 5.000 Bundesbürger in Kampfanzüge steckt und mit Maschinengewehren in die Welt hinaus schickt, um ihr Unwesen zu treiben und den Verfassungsgrundsatz zu verwirklichen: "Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen". Hier wird doch unseren Schülern allen psychologischen Programmen zuwider, gezeigt, daß den Mächtigen der Welt immer noch das Recht zugesprochen bleibt, Konflikte in erster Linie mit Gewalt zu lösen. Genau so hat sich gestern der 17-Jährige im Soldaten-Outfit verhalten. Der deutsche Staat wird mit seiner Polizei in drei Wochen in Baden-Baden und Kehl/Straßburg genau die Leute mit Gewalt daran hindern, die diese Heuchelei erkannt haben und die für Frieden und für die Abschaffung des Kriegsapparates "NATO" eintreten wollen ... Fazit: Im September erteilt das deutsche Volk der Gewalt wohl wieder ihre Legitimierung ?! Manuel W. Decker
Schusswaffen gehören prinzipiell nicht in die Hände von Privatpersonen. Die sozialen und persönlichen Verhältnisse werden immer wieder Amokläufer hervorbringen. Aber der gewöhnliche Waffenschein erhöht das Risiko enorm. Leider handeln Politik und Medien oftmals im Auftrag von Wirtschaftslobby und Waffenindustrie. Dies begünstigt offensichtlich Kriege, Gewaltverbrechen und nicht zuletzt Amokläufe. Die Aussagen etablierter Politiker halte ich oftmals für sehr scheinheilig, wenn ihre Parteien zugleich Spenden von der Waffenindustrie empfangen, ähnlich wie beim Thema Alkohol- und Tabakmissbrauch. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Dennoch wäre ein politisches Umdenken auf allen Ebenen erforderlich, insbesondere eine bessere Weiterbildung der Lehrer, um Amokläufen in Zukunft vorzubeugen. Mit freundlichen Grüßen David Perteck Kreisvorsitzender ödp Hamburg-Wandsbek
Die "broken windows" Theorie, die schon mehrfach, auch in einem Artikel des Hamburger Abendblatts, bestätigt wurde, besagt, dass eine zerbrochene Scheibe zur Verwahrlosung eines ganzen Viertels führen kann. Wenn man diese Theorie auf die moralischen Grundwerte unserer Gesellschaft anwendet, dann entwickelt sich unser Staat in Richtung Slum. Und dort regiert die Gewalt. Vielleicht ist ein Amoklauf Ausdruck dieser Entwicklung. Mit freundlichen Grüßen Christiane Mielck-Retzdorff
Betroffen und entsetzt folge ich den Nachrichten über den jüngsten Amoklauf. Folgende Konsequenzen sind für mich unvermeidbar: Nicht mehr als zwei waffen in einem Haushalt. Nicht mehr als zehn Schuß im Haus. Waffen und Munition sind getrennt unter Verschluß zu halten. Kein eigenständiger Zugriff auf Waffen und Munition für Jugendliche. Dies wird solche Tragödien nicht verhindern aber unwahrscheinlicher und von geringerer Dimension machen. Rainer Glienke
Bestürzung, Trauer, Entsetzen, das sind die Worte zu dieser unglaublichen Tat. Es wird höchste Zeit, dass wir unserer Jugend wieder erklären, dass zum Leben auch mal Verlieren dazu gehört. Man wird nicht immer der Beste und Beliebteste sein, das ist nicht möglich. Nur, wenn den jungen Leuten heute vorgegaukelt wird, dass sie eigentlich alles dürfen und alle Rechte haben, dann können sie wahrscheinlich auch wirklich nicht verstehen, dass sie von einer Autorität - egal welcher - anders beurteilt werden als sie es für sich selbst als angemessen betrachten. Aus dieser inneren Selbstüberschätzung entsteht das Rachegefühl oder das Gefühl, den anderen zeigen zu müssen, was man für ein Kerl ist. Die Schuld des Versagens wird heute nicht mehr bei sich selbst gesucht sondern bei anderen. Das ist der grundlegende Fehler dieser Zeit. Es ist immer ein anderer verantwortlich, nie wir selbst. Dieses Spiel spielt auch die Politik mit. Auch die Medien tragen ihr Teil dazu bei. Heute wird sich in den Filmen geschlagen, gemordet, dass es kaum noch zu ertragen ist. Die Lehrer geben auf, weil die Kinder die Autorität nicht mehr anerkennen, die Polizisten werden mit Füßen getreten und beschimpft. Wo soll das alles enden ? Als Erstes sind hier die Eltern gefragt, ihren Kindern die grundlegenden Lebensdinge mit auf den Weg zu geben. Da geht es nicht um Geld sondern um Zuwendung und damit Erziehung. Das kann der Staat nicht übernehmen. Hannelore Homma
DER AMOKLAUF eines Schülers in Winnenden ist das dritte Massaker eines ehemaligen Schülers in wenigen Jahren in Deutschland. Eine der Ursachen dieser Taten ist die zunehemende Vereinsamung gerade junger Menschen in dieser Gesellschaft. Auf Einzelschicksale wird doch schon lange keine Rücksicht mehr in Schule und Beruf genommen. JEder muss funktio- nieren, muss Erfolg haben und viel Geld verdienen. Wer aus diesem Kreislauf ausbricht, wird zum Außenseiter stigmatisiert. Immer mehr Menschen vereinsamen auch in direkter Nachbarschaft, weil das soziale Umfeld in den Wohngebieten keinerlei Notiz mehr vom Nachbarn nimmt und jeder zurückgezogen für sich allein lebt. Auch die virtuelle Welt des Internets wird für immer mehr Menschen zu einem scheinbaren Zuhause und zu einer digitalen Scheinwelt, in der sie all dasangeblich finden, was ihnen im realen Leben immer mehr verloren geht: Zuneigung, zwischenmenschliche Beziehungen, soziale Kontakte und das Gespräch, wenn es mal Probleme gibt. Mit freundlichem Lesergruß Albert Alten
Nach der Lektüre des heutigen Abendblatts war ich doch irgendwie fassungslos. Erst der Amoklauf mit so vielen Toten. ein paar Seiten weiter dann ein Kind, was verhungert und verdurstet ist. Zum Schluß dann Kinder, die sich ins Koma saufen. Ich frage mich langsam ehrlich in was für einer Welt wir heute leben!! Ich kann garnicht glauben, das ein Menschenleben so garnichts mehr wert zu sein scheint. Langsam müssen wir mal aufwachen und uns bewußt machen, das es so nicht weitergehen kann. Solche Meldungen wie heute müssten doch jeden aufwecken und dazu bringen, gegen diese Verrohung der Gesellschaft zu kämpfen. Der erste Schritt wäre wohl, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern andere Menschen auch bewußt wahr zu nehmen. Wenn jeder etwas an sich arbeitet, dann wären Worte wie Hilfsbereitschaft, Zivilcourage und Mitgefühl bald keine Fremdworte in Deutschland mehr. Maren Jargsdorf
Ich habe kein Verständnis dafür, dass der Amoklauf von Alabama im Fernsehen gezeigt wird, so dass m.E. Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, auf Ideen kommen können. Besser wäre es, schon früh in der Schule mit entsprechendem Präventivunterricht zu beginnen. Doris Ganz
Ein neues Gesetz verbieten Jugendlichen den Besuch von Solarien, warum nicht den Besuch von Schützenvereinen? Warum bleiben Waffen nicht generell im Schützenverein? Kegler nehmen die Kegler auch nicht mit nach Hause und kein (normaler)Schütze und Kegler übt zu Hause. Holger Schütt
Das ganze Geschehen ist furchtbar. Aufmerksamkeitsdefizite werden von Fachleuten den Tätern immer wieder bescheinigt. Aber wen wundert das? Sieht man doch Eltern überall mit Handy am Ohr , Musik im Ohr und Kindern an der Hand, in der Karre oder in der Sandkiste. Wem gehört da wohl die größte Aufmerksamkeit? Die Kinder weinen, rufen, machen alles Mögliche um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erlangen. Aus meinen täglichen Beobachtungen in dieser Richtung befürchte ich in der Zukunft noch viele ähnliche Auswüchse, denn die Masse dieser Kinder- Generation kommt erst noch. Meine Aufregung über dieses Verhalten als Baustein der Kindererziehung kennt keine Grenzen. Mit freundlichem Gruß Karin Wosnitza
Ich habe dies nach dem Amoklauf von Erfurt geschrieben und finde, es passt zu den jetzt schon begonnenen Debatten..... Warum? Gefragt wird: Warum? Nach jeder Katastrophe versuchen wir zu verstehen, aber noch viel mehr sofort alles in Ordnung zu bringen. Das Bild der Ameisen kommt mir in den Kopf, die ganz schnell alles, was man ihnen in den Weg stellt, wegräumen. Aber wir können nicht alles in Ordnung bringen. Wenn sich die große Aufregung gelegt hat, kommt der Alltag. Auffällig schnell. Weiß noch jemand was Antrax, wer Bin Laden ist? Vielleicht, wir haben es verdrängt. Selbst den so gigantischen Terrorakt vom 11. September, der die ganze Welt erschütterte und veränderte. Warum haben wir das nicht mehr im Kopf? Vielleicht ist das Ausmaß des Entsetzens immer so groß, wie die Information der Medienwelt, durch die wir den Schrecken in allen Einzelheiten erfahren. Einzelheiten, die man im normalen Leben nicht zu sehen bekommt. Und vielleicht ist die Verdrängung solcher eben nicht zu verarbeitenden Informationen ebenso groß wie die Informationsflut selbst. Eine riesige Blase, die dann einfach zerplatzt. Trotzdem müssen wir uns mit den Schrecken unserer Zeit zumindest kurz beschäftigen. Wir suchen Schuldige, Verantwortliche, Verantwortliches. Es wird diskutiert, man stellt fest, dass man mehr wissen muss von den Tätern und ihren Taten. Man sucht sogleich die Ursache in der Verrohung der jugendlichen Gesellschaft, ihrem Werteverlust, ihrer Neigung zu Gewalt verherrlichenden Filmen und Helden. Auch suchen wir Urschen in dem Leistungsdruck und der Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kindern. Aufgrund der modernen Lebensform, der vielen Anforderungen, sagt man, gibt es keine richtigen Beziehungen zwischen den Generationen mehr. Und zwischen diesen vielen eindrucksvollen Debatten mit furchtbar betroffenen Menschen, werden weiterhin Gewaltfilme mit ganz ähnlichen brutalen Szenen wie die der Amokläufe gezeigt. Wenn man zapt, kuckt man ständig in die schwarzen Löcher der Pistolen- und Gewehröffnungen und sieht angeschossene, blutverschmierte Opfer herumliegen. Das hatte einst auch Sabine Christiansen nach dem Amoklauf von Erfurt feststellen müssen, und sie tat sich sichtlich schwer, ihren eigenen Arbeitgeber anzuprangern, der auch solche Filme im Programm hat. Und gab es nicht schon immer Gewalt? Reale und fiktive, kontrollierte und unkontrollierte? War früher alles besser? Ich erinnere mich an meine Kindheit. Ich gebe zu, dass der Gedanke an die 50ziger Jahre in mir heute noch ein gemütliches Gefühl der naiven, spießigen Welt von damals hervorruft. Im Frühjahr, als ich noch klein war, wurden die Kniestrümpfe herausgeholt und mit Puppen draussen auf den Wiesen gespielt. Später dann Cowboy und Indianer mit silbernen Colts etc. Themen, wie Arbeitslosigkeit, Umweltschäden, Aids und Drogen gab es für uns Kinder nicht. In der Schule allerdings habe ich dann ziemlich schlimme Erziehungsmethoden kennengelernt. Mit teilweise völlig überalterten Lehrern, die Stockschläge und Nachsitzen verordneten. Es gab auch Leistungsdruck damals, die meisten Eltern erwarteten unbedingt ein strebsames, angepasstes Verhalten und gute Noten. Es war in vielen Familien ein grosses Drama, wenn die Leistungen nicht stimmten. Schlimm, wenn man im "Betragen" etwas anderes als eine 1 hatte. Ich kann mich besonders gut an die strengen Eltern meiner Freunde erinnern. Es wurde dort auch nicht mit den Kindern geredet. Der Vater war oft eine Autorität, vor dem die Kinder Angst haben mussten. Wer kennt nicht die drohenden Reden:"Wenn das dein Vater erfährt" "Das musst du deinen Vater fragen". Oft wurden Dinge heimlich getan, weil vieles einfach verboten war. Kinder wurden verhauen, auch in den guten Familien. Und in dieser so engen, angeblich heilen Welt entwickelte sich mehr und mehr eine wohlgenährte kritische Jugend, die keine Angst vor der Zukunft haben musste, weil alles im Überfluss da zu sein schien. In den 68zigern lief die Protestwelle gegen die Wohlstandsgesellschaft und die Spiessigkeit der Nachkriegszeit zur Hochform auf. Es gab jede Menge Zoff unter Eltern und Kindern. Es gab weiterhin keinen Dialog, und es wurde gedroht, geschlagen und rausgeschmissen. Uns wurde nicht Konsum orientiertes Verhalten vorgeworfen, sondern das entwickeln von vollkommen anderen Lebensformen und Zielen. Die bürgerliche Gesellschaft fürchtet den Sittenverfall, Werteverlust. Auch damals schon. Erst nach und nach lockerten sich die Erzienhungsmethoden, und meine noch so streng und starr erzogene Generation fing zum Teil damit an, ihren Kindern alle möglichen Freiheiten zu gewähren. Vorübergehend wurden die Grenzen bis zum unerträglichen aufgehoben. Das ganze ging dann in eine lockere Erziehung zur Bürgerlichkeit mit guten neuen Erkenntnissen über. In diesen Übergang kamen dann schnell die neuen Themen der sich immer mehr verschärfenden Arbeitswelt und der Umweltprobleme. Wir haben plötzlich Druck gespürt, vielschichtige Ängste um unsere Zukunft bauten sich auf. Und Frauen der höheren Schichten wurden nun auch gefordert Karriere zu machen (die anderen mussten sowieso mitarbeiten, Karriere nannten sie das aber nicht). Frauen sollten auf keinen Fall mehr nur Hausfrau und Mutter werden wollen. Die Pille gab uns neue Freiheiten aber auch neue Verantwortlichkeit. Es gab für die Denkenden eigentlich kein Schicksal mehr, sondern die Eigenverantwortlichkeit. Heute sind wir sozusagen Frauen und Männer, die alles im Griff haben und alles für machbar erklären. Familie UND Karriere für Mutter UND Vater. Wir fordern für alles eine Lösung, z. B. ganztägige Betreuung für Babies und Kleinkinder sowie Ganztagsschulen. Ich denke da nicht an Frauen und Männer, die aus rein wirtschaftlicher Not ihre Kinder in solche Einrichtungen bringen müssen. Auch wir setzen, ganz wie unsere Eltern, kategorisch Maßstäbe für das, was wir für erstrebenswert halten. Kaum also haben wir unsere geplanten, gewünschten Kinder bekommen, wollen wir sie abgeben. Wir überlassen sie mühelos vollkommen fremden Menschen zur Betreuung und Erziehung. Die meisten der Kinder aus besseren Verhältnissen haben einen ebenso vollgestopften Terminkalender wie die Erwachsenen. Wir begründen das pädagogisch geschickt und können so ungestört unseren materiellen Zielen und dem persönlichen Erfolg nachgehen. Und nun klagen ausgerechnet wir, dass man wieder mehr auf die Kinder eingehen, mit ihnen reden, Zeit für sie haben muss. Ausgerechnet wir, die aufgrund der angestrebten Karriere und Selbstverwirklichung (die seltsamerweise nicht in/mit der Familie stattfinden kann) eben genau das nicht haben: ZEIT. Wir sollten nicht erst aufgrund schrecklicher Taten, sondern fortwährend darüber nachdenken, warum wir überhaupt Kinder haben wollen, was wir ihnen vorleben und mit welch grossen Widersprüchen wir sie erziehen. Und es ist eben deswegen gerade jetzt besonders gefährlich, sich selbst oder lang bestehende Verhältnisse anzuklagen oder in Frage zu stellen, um dann diese Gedanken und Auseinandersetzungen schnellstens wieder fallen zu lassen. Es ist Heuchelei, den Eindruck zu erwecken, dass Gewalt etwas Neues im menschlichen Dasein ist. Wir alle wissen, dass gerade im Zusammenhang mit Menschen andauernd unerklärliche Gewalttaten entstehen. Jeden Tag wird ja in aller Deutlichkeit von den Kriegsschauplätzen dieser Welt berichtet, wo nach wie vor scheussliche Verbrechen begangen werden. In noch ganz anderen Dimensionen als Erfurt oder Winnenden, auch begangen von jungen, bisher unbescholtenen Männern. Warum? Darüber zu sprechen, diese Tatsachen zu klären wird sehr wichtig sein, und die Jugendlichen werden genau bemerken, wie ernst wir es mit unseren derzeitigen, grossartigen Erkenntnissen meinen, wie lange unser Entsetzen anhält, wie glaubwürdig wir sind. Um dieses grauenvolle Attentat zu verarbeiten und wieder Vertrauen in die nächste Zukunft zu bekommen, bedarf es sicher umfangreicher Hilfe. Vielleicht hat es sich bei diesem oder dem andern Täter "nur" um einen Kranken gehandelt, dessen Krankheit mölicherweise unter anderem durch mangelnde Aufmerksamkeit, Vertrauen oder auch Einfluss übelster Filme und letztlich einem persönlichen Tiefschlag ausgebrochen ist. Ein Dialog mit der Jugend muss jedenfalls immer stattfinden. Nicht nur zu solchen Anlässen. Doris Wolff





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