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Schwere Krawalle rund ums St.-Pauli-Spiel

Es war der größte Polizeieinsatz rund um ein Zweitliga-Spiel in Hamburg. Bei den Ausschreitungen ging die Polzei mit Wasserwerfern gegen Randalierer vor.

Schwere Krawalle rund ums St.-Pauli-Spiel, Hamburger Abendblatt, 7. März.

Das ist nicht hinnehmbar, da muss hart durchgegriffen werden. Das ist niemandem zuzumuten, weder dem Bürger, noch dem Steuerzahler und schon gar nicht der Polizei. Hier ist die Politik gefordert und sollte deartige Spiele schlicht verbieten. Wenn das nicht geht, sollte das Stadium für Publikum gesperrt werden und die Spiele sollten ohne Publikum statt finden. Horst Zeck

Sehr geehrte Redaktion! Der DFB trägt eine gehörige Mitschuld an den Ausschreitungen. Wenn bekannt ist, dass Anhänger gewaltbereit sind und sich ihr Verein von ihnen nicht offen distanziert, dann darf man jene gar nicht erst mitreisen lassen. Ansonsten herrschen in Deutschland schnell italienische Verhältnisse, in denen Familien aus Angst nicht mehr ins Stadion gehen können! Rasmus Ph. Helt

Ich bin 1968 in Hamburg geboren und natürlich war ich mir meiner glücklichen Lage, dass ich nie einen Krieg im eigenen Land erleben musste, immer bewusst - seit gestern Nachmittag/Abend bin ich es noch ein bisschen mehr. Ich stehe am Hauptbahnhof, aber die Polizei hindert mich (zu meinem eigenen Schutz)den Bahnsteig zu betreten und den Zug zu nehmen, den ich möchte. Nachdem die Weiterfahrt endlich möglich war, kann ich am Zielbahnhof den Bahnsteig nicht verlassen, weil mich wiederum die Polzei zu meinem eigenen Schutz daran hindern muss (absolut kein Vorwurf an die Polizei, die ganz bestimmt ihr Bestes getan hat). Als ich dann endlich den Bahnsteig verlassen darf, werde ich erst von Rauchschwaden und dann von Wasserwerfern im Einsatz empfangen (leider auch dies zu meinem eigenen Schutz, denn den Randalierern, denen der Einsatz galt, wollte ich selbstverständlich nicht begegnen). Mein Gott, ich wollte mich doch nur, wie vor jedem Heimspiel von St. Pauli an der U-Bahn mit meinen Freunden treffen. Als Rauchschwaden und Wasserwerfer abgezogen sind, sehe ich meine Freundin. Sie steht keine fünf Meter von mir entfernt, aber ich kann sie nicht treffen, weil eine Polizeisperre dies verhindert (wirklich kein Vorwurf an die nette junge Polizistin, die uns erklären musste, dass ich zwar Richtung Stadion gehen darf, meine Freundin aber nicht Richtung U-Bahn Feldstraße). Aber wie sollen wir dann den Rest unserer Freunde treffen? ... Am (glücklichen?) Ende sind wir dann doch alle gemeinsam im Stadion gewesen (dem Handy sei Dank), unser Verein hat gewonnen und wir sind auch alle heil wieder zu Hause angekommen. Aber, mein Gott, nichts auf dieser Welt rechtfertigt Gewalt - und schon gar nicht einfach nur Fußball. Nicole Irmer, Pastorin im Ehrenamt und trotz allem bekennender St. Pauli-Fan

 

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