Abendblatt-Test: Wie kinderfreundlich sind Gastronomen in Ottensen?
Verbotsschilder für Mütter mit Babys: So reagieren Lokale auf junge Familien, die das Essen für ihren Nachwuchs selbst mitbringen, statt es zu bestellen.
Kinderwagen müssen leider draußen bleiben, Hamburger Abendblatt, 3. Februar/Kinder in Cafes - hier sind sie erwünscht, Hamburger Abendblatt, 4.Februar
Die überwiegende Zahl der Leserbrief-Schreiber stellt klar: Kinder und ihre Mütter haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen, so ist das nun mal so in Deutschland! Basta! Bei dieser Einstellung wundert es auch nicht, dass unsere Schulen immer mehr verfallen. Jürgen Jeschke
Leider muss ich Ihnen sagen, dass Sie für den Artikel zu Kindercafes in Hamburg nicht wirklich gut recherchiert haben - es gibt ein wirklich tolles Kindercafe in Hamburg und zwar in Bergedorf - ketzerisch gesagt - Hamburg besteht nicht nur aus der Mitte und dem Westen..... Im Kindercafe "Kinnertiet" im Zentrum von Bergedorf sind die Kinder die Hauptkunden. Und das auf 100 qm mit einer großen Spielfläche, mit kostenlosen Windeln und Feuchttüchern an der Wickelkommode, sowie vielen netten Extras. Ich finde dies sollte einen Nachtrag wert sein, denn ein besseres Kindercafe gibt es in ganz Hamburg nicht. Ihr Autor im Artikel "Gegenrede" gehört meines Erachtens nicht zitiert, seine Sicht der Dinge ist menschlich gesehen eine große Katastrophe!Ich hoffe, er spricht nicht repräsentativ für die Masse der Menschen in Ottensen, Schanze und Co...dann wären diese ehemals so schönen Gegenden echt verkommen. Christina Sick
Bedeutet "Mutter sein" tatsächlich mit den Kindern stundenlang Cafes zu besuchen ?? Fällt den Müttern von heute wirklich nicht ein, mit den Kindern sinnvolle, kindgerechte Dinge zu unternehmen ? Als Kind der 1971er Generation kann ich mich nicht erinnern, dass meine Mutter sich mit anderen Müttern in Cafes getroffen hat, damit ich jemanden zum Spielen hatte... Mich wundert es nicht, dass einige Kinder teilweise unausgelastet und völlig überdreht wirken. Die Mütter sitzen überfordert daneben und trauen sich nicht ihren eigenen Kindern Grenzen aufzuzeigen. Mangelnde Erziehung, Überforderung und Ideenlosigkeit - aber am Ende sind die anderen Schuld . So einfach soll man es sich doch bitte nicht machen.
Susanne Kloth
Ein Bravo auf die Gegenrede von Joachim Mischke, der den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Es ist erstaunlich, dass es eine mehrtägige Berichterstattung über dieses Thema "Kinder in Cafes" gibt, denn normalerweise gehören Kinder auf den Kinderspielplatz, an die frische Luft oder ins Kinderzimmer zum spielen mit anderen gleichaltrigen Kindern. Welche kindgerechte Spielmöglichkeit finden Kinder in einem Restaurant oder Cafe? Geht es hier nicht vorrangig um den Egoismus der Mütter, die sich eine unterhaltsame Zeit gönnen möchten, ohne selbst Einsatz zu zeigen oder die Wohnung nach einem Besuch von anderen Kindern reinigen zu müssen ? Wie haben unsere Mütter nur bedauernswert und armselig gelebt, denn es war für sie eine Selbstverständlichkeit,sich um uns zu kümmern und mit uns und anderen Kindern zu spielen. Außerdem war es für diese Generation Mütter finanziell auch nicht möglich, ständig ins Cafe o.ä. zu gehen. Hier erübrigt sich nunmehr auch der moderne, ständige Hinweis auf die so genannte "arme Jugend" ... Eleonore u. Klaus Hellberg
Ein privatwirtschaftlich geführtes Restaurant/Cafe hat den Zweck, den Lebensunterhalt der Wirtsleute und deren Personal zu sichern. Das geht aber nur mit Gästen, die Speisen und Getränke bestellen, also Umsatz machen. Wenn ein Wirt den Besuch mit Kinderwagen nicht wünscht, so kann man dieses Verhalten nicht als Kinderfeindlichkeit, sondern als Notwehr bezeichnen. Welcher Wirt ist schon damit einverstanden, das diese sich offensichtlich langweilenden Mütter sein Lokal zur Wärmehalle mit Spielstätte umfunktionieren? Die Mütter könnten sich doch gegenseitig zu Hause besuchen, um sich dort völlig ungestört bei selbstgebackenem Kuchen und frisch gepreßtem Fruchtsaft zu unterhalten.
Wilfried Haase
Ich habe mich um eine möglichst faire Betrachtung des Themas Kinderfeindlichkeit in Hamburg bemüht, gebe aber zu, dass die Gegenrede von Joachim Mischke mich heute früh zu lautem Lachen gebracht hat.Sehr witzig und eben auch wahr....endlich mal. Ich dachte Männer dürfen gar nicht mehr kritisch über uns Frauen schreiben.
Doris Wolff
Heute morgen habe ich mich sehr über Ihren Artikel oder sogar Test geärgert. Ich bin Mutter von nun bald 4 Kindern, möchte aber hier Partei für die Gastronomie ergreifen. Cafes und Restaurants sind keine überdachten Picknickplätze, denn, die dort befindlichen Arbeitsplätze müssen finanziert werden. Service wird in Deutschland wohl auch daher klein geschrieben, weil dieser häufig gnadenlos ausgenutzt wird, wie Ihr Bericht mir klarmacht. Ich finde es ganz einfach dreist, sich an einem Getränk lange Zeit festzuhalten, sich ein Kuchenstück zu teilen oder seinen Kindern mitgebrachte Speisen, oberhalb der Gläschengrenze, zu servieren. Ich kann mir an fünf Fingern abzählen, wie lange ein Betrieb das wirtschaftlich durchhält. Zum Thema Kinderwagen: Wo kein Platz ist, kann ich unmöglich von mangelndem Service sprechen. Wer anderes erwartet hat den Ruf der "Latte-Macchiato-Mutti" wirklich verdient. Im Übrigen gibt es o.g. Getränk auch in den atmosphärlosen Spielstädten mit einem einfachen wirtschaftlichen Konzept: Hier bezahlt man Eintritt.
Petra Aprile
Ich habe heute den Artikel über das Cafe Lilli Su gelesen und mich aufgeregt. Da werden mal wieder die Mütter mit ihren Kindern als bemitleidenswerte Wesen dargestellt, die es nicht schaffen eine Bestellung aufzugeben, da das arme Kind ja nicht eine Minute allein gelassen werden kann. Das Lilli Su ist kinderfreundlichst eingerichtet, die Kinder bekommen von den aufmerksamen netten Servicekräften Kekse, es gibt Kinderstühle etc. Aber über die intoleranten Mütter, die denken sie könnten sich alles erlauben, nur weil sie ein Kind haben und ihren 1000 Euro teuren Kinderwagen nicht draußen stehen lassen wollen, wird nicht berichtet. Das Lilli Su ist ganz bestimmt kein profitgieriges Cafe aber die Kinderwägen vor den netten Auslagen nerven, und wenn man dann noch eine blöde Antwort bekommt auf die Frage, ob man den Wagen mal zur Seite schieben kann - nein danke. Sollen diese Mütter doch dann lieber zu Hause ihren Kaffee trinken und sich über die achso intoleranten Leute aufregen, die gerne die ruhige und entspannte Athmosphäre im Lilli Su genießen möchten! Ich hoffe, Sie drucken meinen Leserbrief ab.
Bettina Tietjen
Kinderfreundlichkeit in Restaurants bedeutet doch Kompromissbereitschaft. Die Restaurants sollen den Bedürfnissen der Eltern und Kinder gerecht werden, den Gästen die es eher ruhig mögen und dem Gastronomen der überleben soll damit sein Angebot weiter genutzt werden kann. Kinder die durch ein Restaurant toben, begeben sich in große Gefahr. Das Geschrei ist groß wenn der Kellner über ein Kind stolpert und dieses sich an der heißen Suppe verbrüht. Kinderfreundlich heißt doch nicht, das die Eltern ihre Aufsichtspflicht abgeben. Der Gastronom kann nicht überleben, wenn 10 Plätze von 2 Personen mit 2 Kinderwagen blockiert werden und er andere Gäste wegschicken muss. Ein- und Rücksicht von beiden Seiten hilft.
H.Völsch
Mit Verwunderung habe ich Ihren Artikel gelesen. Ist es vielleicht kinderfreundlich, wenn Mütter mehrere Stunden in einem Cafè zubringen? Ich habe 3 Kinder, wir haben uns mit Thermoskanne und Keksen auf dem Spielplatz getroffen. Das war für alle entspannter, preiswerter und vor allem gesünder.
Alexa Leggeri-Bethge
Ihre Beurteilung des Cafe LilliSu ist ungerecht und unzutreffend. Ich bin fast täglich zu Gast im LilliSu - Kinder sind dort liebevoll, selbstverständlich und geduldig willkommen. Natürlich stößt ein kleines Cafe an Kapazitätsgrenzen, wenn mehrere Kinderwagen gleichzeitig zu Gast sind. Dass ein Cafe an seinen Umsatz denkt, sollte doch auch im Interesse der Mütter sein. Ich jedenfalls bin froh über dieses Kleinod.
Soe Sadr
Das Deutschland nicht unbedingt ein kinderfreundliches Land ist, steht außer Frage. Nur, es muss auch von Seiten der Eltern/Großeltern etwas getan werden. Seit unser Enkel (jetzt 6 Jahre) auf der Welt ist, wird er von uns in Cafes/Restaurants mitgenommen.Anfangs nahmen wir für ihn Getränke mit und klärten dies vorab mit dem Personal. Inzwischen bestellt er sein Eis selber, wird von Kellern/innen als Gast betrachtet. Mittlerweile nehmen wir auch den dreijährigen Bruder mit. Auch dieser isst sein Eis oder ähnliches am Tisch. Die Aufenthaltslänge ist kindgerecht. Beide wissen, dass ein Restaurant kein Platz zum Spielen und Toben ist. Dafür wird im Anschluss ein Spielplatz aufgesucht.
U. Andersen
Selten habe ich einen derart unausgegorenen Artikel gelesen wie Ihren Beitrag über scheinbar kinderunfreundliche Cafes in Ottensen. Die Zeile "Kinderwagen müssen leider draußen bleiben", in der ja die Kinderunfreundlichkeit schon anklingt, kann durch den Artikel selbst nicht mal aufrecht gehalten werden. Denn in zwei von den drei (kann man das wirklich "Test" nennen?) besuchten Cafes sind Kinderwagen sehr wohl erlaubt, nur eben nicht mehr als 3, was angesichts der beengten Platzverhältnisse sehr sinnvoll erscheint. Und das LilliSu ist ein wahrhaft winziges Cafe, in dem man sich schon ohne Kinderwagen auf die Füße tritt. Wie belegen Sie also Ihre Überschrift? Und von "Verbotsschildern" kann also erst recht nicht die Rede sein. Und dass sich Gastronomen gegen Ottensener Kampfmütter behaupten wollen, die mitsamt Hausstand und Picknickkorb in ihre Cafes walzen und die Kinder dort Tollen lassen wie im Toberaum der Kita, das kann ich gut verstehen. Ich bin selbst Vater einer 2-jährigen Tochter, lebe in Ottensen und bin gerne Gast in den von Ihnen besuchten Cafes. Und ehrlich, mitunter fragt man sich, warum manche Eltern, sobald der Nachwuchs da ist, jedwedes Feingespür für die Bedürfnisse der mitunter kinderlosen Umwelt vermissen lassen. Von Ihrem Beitrag jedenfalls bin ich wirklich enttäuscht, weil er genau die falsche Stimmung schürt. Und ganz nebenbei, was ist das für ein brillant-dilletantischer Journalismus, wenn man am Ende lesen darf: "Der Test ergibt: Das LilliSu ist ein ganz normales Cafe im schwedischen Stil." Und Ihre Testmutter dann noch, nach dem Besuch von lediglich 3 prinzipiell sehr kinderfreundlichen Cafes in Ottensen (und keinem weiteren Stadtteil) und bar jeder Recherchegrundlage schwadroniert: "Der Umgang mit Familien ist wichtig. Und da muss Hamburg noch besser werden." Ehrlich, da sollte eigentlich der Schlussredakteur sein Veto erheben.
Philip Wesselhöft
Was Gäste in Cafes und Restaurants alles erleben (müssen) mit Kindern, die nicht berufen werden, selbst wenn sie laut kreischend über Tische und Bänke springen, wäre auch einen Artikel wert. Die Bücher von Michael Winterhoff haben ja nicht ohne Grund ihre Berechtigung. Ganz besonders das kleine Cafe "Frieda am Park" wírd von mir sehr geliebt wegen guter Küche, sehr freundlicher Bedienung, gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Raum zu fordern für mehr als drei Kinderwagen und Verständnis zu zeigen für mitgebrachtes Essen und Getränke? Wer soll denn da wirtschaftlich überleben können? Toleranz und Rücksichtnahme darf bitte nicht nur einseitig gesehen werden.
Lea Grunewald-Schreier
Kinderfreundliche Cafes sind keine sozialen Einrichtungen, in denen man pickniken und die man - gerade bei kleinen Cafes - mit Kinderwagen zustellen kann! Cafes haben eine wirtschaftliches Interesse und wollen durch das "Kinderfreundliche" nicht weniger Umsatz machen, sondern ein zusätzliches Angebot für Eltern mit Kindern darstellen. Auch die Haftungsfrage bei herumflitzenden und dann verunfallenden Kindern stelle ich mal in den Raum. Daher: Kinderwagen überdacht draussen lassen, Leihschlösser, Kinderstühle/Wiegen im Raum, Kinderecke und bis auf die Babynahrung keine eigene Nahrung/Getränke gestattet. Wie ein Cafe ansonsten überleben soll, bei der im Artikel genannten Erwartungshaltung, wäre mir ein Rätsel.
Michael Bock
Mein Mitleid mit den Müttern in den Cafes hält sich in Grenzen. Wenn auch inzwischen rauchfrei, finde ich Cafes nicht unbedingt die besten Orte für Klein(st)kinder. Ein Baby im Kinderwagen stört wohl kaum, aber manche rücken ja gleich mit mehreren Kindern (im Bericht 3 Jahre und 5 Monate) an. Ich könnte dann nicht den Besuch im Cafe genießen, wenn ich ständig gucken müsste, was meine Kids anstellen. Ich habe selbst 2 Kinder (7 und 10 Jahre). Mir und ihnen habe ich solche Besuche erspart. Mütter, trefft euch doch abwechselnd zu Hause und trinkt dort Kaffee. Das ist auch nett und bestimmt für die Kinder angenehmer und entspannter. Oder trefft Euch bei Krabbelgruppen in Gemeinderäumen, die kindgerechter sind als Fußböden in Cafes, die mit Straßenschuhen betreten werden. Mich ärgert es, dass viele Mütter bzw. Eltern offensichtlich nicht bereit sind, auf einige Dinge zu verzichten, wenn die Kinder so klein sind. Da werden Buggys mit auf Weihnachtsmärkte genommen, den Leuten wird in die Hacken gefahren. Die Devise: Bloß nicht verzichten, alles mitmachen. Die Kinder müssen mit, ob sie wollen oder nicht. Die Ärmsten sehen dann vom Markt nur die Hinterteile und Beine der anderen Besucher. Natürlich sind die Kinder von heute die Kundschaft von morgen. Kinder sind eine Bereicherung. Aber bei aller "Kinderfreundlichkeit" sollte man sich auch fragen, ob man den Kindern einen Gefallen tut, sein altes, gewohntes, egoistisches Leben mit möglichst vielen "Events" beizubehalten. Aus Erfahrung weiß ich: Nach ein wenig Abstinenz macht es nachher, wenn die Kinder den Kiga besuchen, noch mehr Spaß, sich mit Müttern zu treffen.
Evelyn Pfeiffer
Die Mütter in Oettensen tun mir unendlich leid, dass sie nicht genug Möglichkeiten haben, ihre Zeit mit den Kindern in Cafes und Restaurants zu verbringen. Vielleicht sollten sie es mal versuchen, den Kuchen (ob gekauft oder selbst gebacken) zusammen mit ihren Freundinen und den Kindern zuhause zu verspeisen. Das wäre sicher zum Wohle der Kinder, denn sie könnten zusammen spielen und als Baby könnten sie ihren Schlaf viel entspannter genießen als in jedem Restaurant. Diese Mütter sollten sich mal umhören, was für Probleme andere haben. Da könnten sie sich dann mal engagieren und ihre Zeit verbringen.
Brigitte Kosmalla
Der obige Artikel im Hamburger Abendblatt hat mich wirklich mal wieder sehr erstaunt. Was ist bloß mit den jungen Müttern in unserer Gesellschaft los? Das sagt einem doch schon der klare Verstand, dass man nicht unbegrenzt Kinderwagen in einem Lokal parken kann. Auch ist es nicht zu verstehen, dass Kinder dort herumtoben wie auf dem Spielplatz. Kinderfreundlichkeit heißt nicht unbedingt, dass die Mütter gemütlich Kaffee trinken können und die Kleinen in der Zwischenzeit sich selbst überlassen sind. Im Übrigen ist es doch wohl auch noch heute so, dass die Besitzer eines Cafes von Ihrem Umsatz leben müssen, so dass nicht jeder sein eigenes Essen mitbringen kann.
Edda K.
Nach Lektüre von Bericht und Kommentar habe ich festgestellt, dass ich bis jetzt den Begriff Kinderfreundlichkeit völlig falsch definiert habe: kinderfreundlich bedeutet also, dass in Cafes, egal wieviel Platz sie bieten, Mütter unbegrenzt ihre Kinderwagen abstellen können. Hauptsache der Eingang ist frei, wie Gäste und Personal sich dann bewegen können ist egal. Kinderfeindlich sind nach der Logik dann manche Kinderarztpraxen und Vermieter, die Regularien für Kinderwagen aufstellen. Es ist weiter kinderfreundlich , wenn Mütter in Cafes, deren Geschäft es ist Getränke und Gebäck zum Verzehr anzubieten, die Verpflegung der Kinder mitbringen dürfen. Das Aufräumen der Kekskrümel und Getränkepfützen, Spielsachen der mitanwesenden Kinder ist auch im Preis inbegriffen, wenn die Mütter im Extremfall für 2 Stunden dort sitzen und selbst nur einen Latte Macchiato genießen. Kinderfeindlich dagegen ist es, den freien Platz der Kinder im Cafe auf Spielecken einzuschränken und darum zu bitten, dass sie nicht überall herumlaufen. Schließlich sind es ja Kinder - toben ist deren Grundrecht immer und überall und sie schmeißen auch mal was um, wenn es den Nachbargast trifft eben Pech. Läuft der liebe Nachwuchs aber eventuell der Bedienung zwischen die Füße und bekommt unglücklicherweise den heißen Kaffee ab, dann ist diese natürlich kinderfeindlich weil sie nicht auspasst. Ich kann auch nach mehrmaliger Lektüre beider Beitäge immer nur noch den Kopf schütteln . Es wäre menschlich, heißt es, die Ladenbetreiber würden die "Latte-Macchiato-Muttis" freundlich ansprechen und um Rücksicht bitten. Interessanterweise werden alle Cafebesitzer zitiert, dass diese Bitte von den Müttern nicht erhört wurde. Früher hieß es: wer nicht hören will muss fühlen. Das einzig typisch deutsche hieran ist meiner Meinung, dass es es nun solcher Regeln bedarf, da eine Seite Toleranz und Rücksichtnahme nur für sich als legitim in Anspruch nimmt. Wie kinderfreundlich das "kinderfreundliche Stammcafe" als Aufenthaltsort für Kinder ist ,steht dabei noch auf einem anderen Stern. Ich hatte jedenfalls den Eindruck, dass meine Kinder sich auf dem Spielplatz , in Kinderzimmer bei gemeinsamen Treffen ,im Sportverein oder Spielkreisen u.ä. wohler fühlten.
Iris Floehrmann
Zu diesem Artikel fällt mir eine kleine Geschichte ein: Ein Vater kommt mit seiner Familie in ein Gartenrestaurant und besetzt einen der Tische. Dann werden Kuchen und Kaffee aus dem mitgebrachten Picknickkorb zum verspeisen ausgepackt. Der zuständige Ober bemerkt dieses und geht zu der picknickenden Familie und sagt zu dem Vater: "Mein Herr, so geht das aber nicht, hier müssen sie schon, sie wenn mit ihrer Familie hier sitzen wollen, beim Wirt auch etwas bestellen!" Sagt der Vater darauf:" Nun gut, dann bestellen sie dem Wirt von uns einen schönen Gruß!" Und wenn ich mir die Erziehungsergebnisse der heutigen jungen Eltern ansehe, dann bringe ich schon sehr viel Verständnis für die Wirtsleute auf. Da sitzen die jungen Mütter bei einer Tasse Kaffee stundenlang wie im Wartesaal und quatschen und versperren mit ihren Kinderwagen die sowieso schon zu engen Laufwege in den Cafes, und finden es auch noch niedlich, wenn ihr wenig erzogener Nachwuchs anderen Gästen den Nerv tötet, und damit den Umsatz der Wirtsleute schmelzen lässt. Für die Gastronomen habe ich volles Verständnis, wenn diese sauer werden und auf die geschäftsschädigenden jungen Mütter nebst ihrem verzogenen Nachwuchs und die geparkten Kinderwagen verzichten. Denn ehe der Nachwuchs so groß ist, dass er das Cafe seiner Mutter selber besuchen und den Umsatzverlust auszugleichen kann, existiert das Cafe bestimmt nicht mehr.
Gotthard Kalkbrenner
Es ist einfach bestürzend: Nur drei Kinderwagen!!! Hier müsste doch vom Gesetzgeber eine klare Regelung geschaffen werden, dass in einem Cafe, das sich als kinderfreundlich bezeichnet, immer eine ausreihende Zahl von Stellplätzen im Lokal vorzuhalten ist. Notfalls kann man als Wirt doch auch mal flexibel sein und ein paar Tische und Stühle nach draußen stapeln und so zeigen, dass man an die "Gäste von morgen" denkt. Ist es nicht wenigstens im Ansatz nachzuvollziehen, dass Gäste gebeten werden, die Wege im Lokal nicht mit Kinderkarren zuzuparken, keine mitgebrachten Speisen ("hast du mal bitte zwei Teller für mich?") im Lokal zu verzehren, die Mäntel nicht auch noch über die Stühle der Nebentische zu verteilen, die Kinder nicht durch das Lokal toben zu lassen ("hier, den Tisch könnt ihr als Tor nehmen...") ? Mit welcher Entspanntheit wird Bedienungen zugemutet, sich einen Weg durch Kinderwagen und verschobene Stühle zu bahnen... "Irgendwie ist hier immer zu wenig Platz...Was macht das? ... zweineunzig? Drei! Stimmt so!" oder, der etwa dreijährige Sprössling im größten Gedränge gefragt wird,: " ... Justin, möchtest Du heute mal bezahlen?" Oder sich ein etwa zweijähriges Mädchen, unbehelligt von ihren Begleitern, vor der zwei Gedecke tragenden Kellnerin aufbaut "... ich krieg zwei Milchschäume...!" Ich vermute jedoch, dass von den jeweiligen Cafebetreibern wirklich nur die Kinderwagen und nicht die Kinderwagen mit den darin befindlichen Kindern gemeint sind. Irgendwie könnten doch auch die Eltern merken, wenn’s nicht mehr geht. Ich bin weder Kellner noch Cafebetreiber aber Vater von fünf Kindern, die alle noch mit mir reden..
Uwe Wolter
Mit Verwunderung habe ich Ihren Artikel gelesen. Ist es kinderfreundlich, wenn Mütter sich mit ihren kleinen Kindern mehrer Stunden in einem Cafe aufhalten? Ich habe auch 3 Kinder. Wir haben uns mit Thermoskanne und Keksen auf dem Spielplatz getroffen. Das war für alle entspannter, preiswerter und vor allem gesünder.
A. Leggeri-Bethge
Zugegeben, meine "Klein- und Kleinstkinder-Mutterphase" habe ich im letzten Jahrtausend erlebt und man mag mich für vorsintflutlich halten - aber was hat bitteschön ein in einen Kinderwagen verpackter oder auch der etwas größere vor Bewegungsdrang strotzende Nachwuchs in einem Cafe zu suchen? Sind die erwähnten Latte-Macchiato-Muttis nicht mehr in der Lage, dieses spannende Alter der kleinen Zwerge mit ihnen auf dem Spielplatz oder beim Spaziergang an der frischen Luft zu genießen, meinetwegen auch mit einem coffee-to-go? Das Fazit einer Abendblatt-Leserin: Kinderfreundlichkeit (der Mütter und Väter) ist mehr, als nebenbei ein aufgewärmtes Gläschen Babynahrung zu verfüttern. Der Umgang mit den Mitmenschen (auch in Cafes) muss nicht nur in Hamburg besser werden. Oder regt sich jemand auf, wenn man keine Fahrräder mit ins Cafe nehmen darf?
Marlies Alpen
Kinderfeindlichkeit in Hamburg ist doch nichts unnormales! Kitas werden verboten oder gar nicht erst gebaut, Fahrstühle werden von Erwachsenen Menschen blockiert die auch zu Fuß gehen könnten. Im Supermarkt wird man böse angeschaut wenn das Kind weint usw. Natürlich wundert man sich später, wenn die Kinder keine Sozialkontakte aufbauen konnten, weil Sie nie im Restaurant saßen, weil Sie zu selten zum Einkauf mitgenommen wurden, weil stets versucht wurde, es der Gesellschaft recht zu machen. Liebe Mitbürger, Kinder machen nun mal Lärm und Schmutz aber bestimmt nicht weniger als Hunde, Motorräder oder sonstige Dinge. Nur mit dem Unterschied, dass wir im Alter nicht von Hunden und Motorrädern Hilfe und Unterstützung, sondern von denjenigen, die heute ausgegrenzt und gemaßregelt werden.
Volker Andersen
Eltern mit Kinderwagen, Mütter oder Väter, sind keine Heiligen. Auch sie können ihre Mitmenschen nerven. Spielregeln in engen Cafes sind selbstverständlich und die Auszeit Ihrer Redakteurin, die sich über etwas Alltägliches geärgert hat, rechtfertigt keinen halbseitigen Artikel im Lokalteil. Auf welche Themen dürfen wir denn da noch hoffen? Etwas mehr Niveau bitte und den Blick ruhig über den (Ottenser) Tellerrand schweifen lassen.
Askan Siegfried





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